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Tutto bene

23. Juli 2026
TONI HECHT

Eine junge Frau. Ein Berliner Späti. Und die Sehnsucht, bei sich selbst anzukommen. In ihrem Debütroman "Tutto bene" erzählt Laura Wagner mit viel Empathie und Humor von Einsamkeit, Freundschaft und der Hoffnung auf einen Neuanfang.

Emma arbeitet in einem Berliner Späti. Auf ihrem T-Shirt steht "Tutto bene" – alles gut. Täglich begegnet sie unzähligen Menschen, verkauft Zigaretten, eine Flasche Wein oder einen Schokoriegel für den Heimweg. Doch hinter der Fassade bestimmen Einsamkeit, Alkohol und eine Essstörung ihren Alltag. Richtig gut ist für Emma schon lange nichts mehr. Ihr Studium hat sie abgebrochen, der Kontakt zu ihrem Vater ist abgerissen, es fehlt an Perspektive.

Eine Begegnung, die alles verändert

Was genau ist Einsamkeit? Und wie finden wir aus ihr heraus? Mit großer Menschenkenntnis und feinem Witz zeichnet Laura Wagner das Porträt einer jungen Frau, die das Vertrauen in sich und andere verloren hat – und die langsam den Mut findet, sich wieder auf Menschen einzulassen. Ihr Roman erinnert daran, dass manchmal eine einzige Begegnung genügt, um dem Leben eine neue Wendung zu geben.

Es ist die fünfzehnjährige Praktikantin Ingrid, die an Emmas sorgsam errichtete Fassade klopft. Mit Unerschrockenheit, Humor und echter Anteilnahme schafft Ingrid etwas, das Emma lange nicht mehr zugelassen hat: Nähe und Trost. Und dann ist da auch noch der attraktive Leo – und Emma steht vor einer Entscheidung: Kann sie es jetzt wagen, sich zu öffnen und zu vertrauen?

Behutsam erzählt Laura Wagner in "Tutto bene", was passiert, wenn wir uns hinter Schutzfassaden eingerichtet haben. Sie zeigt auf, wie Scham und Selbstzweifel Nähe verhindern – und wie Verbundenheit dort entsteht, wo Menschen den Mut finden, sich in ihrer Verletzlichkeit zu zeigen.

Laura Wagner

Laura Wagner

Ein Späti als literarischer Zufluchtsort

Beim Schreiben sei sie vor allem sich selbst begegnet, erzählt Wagner. Auch sie kennt Phasen der Orientierungslosigkeit. 2013 zog sie nach Berlin, im Studium fiel sie zweimal durch, eine klare Perspektive hatte sie damals nicht. "Zur Not halt im Späti arbeiten", dachte sie. Die Vorstellung, nicht ständig funktionieren zu müssen, empfand sie als tröstlich. Aus dieser persönlichen Erfahrung entwickelte sich der Späti in "Tutto bene" – ein Ort, an dem Menschen mit den unterschiedlichsten Geschichten aufeinandertreffen – und an dem niemand perfekt sein muss.

Ihr eigener Werdegang führte Wagner später unter anderem zum Staatsballett Berlin, an die Staatsoper Unter den Linden und schließlich als Leiterin für Marketing und Kommunikation ans Nationaltheater Mannheim. Mit ihrem Debüt schließt sich der Kreis – und der Berliner Späti ist doch noch zu einer entscheidenden, nun literarischen Station in Wagners Leben geworden.

Ein Debüt mit Wärme und Witz

Mit "Tutto bene" legt Laura Wagner ein eindrucksvolles Romandebüt vor. Mit viel Empathie und feinem Humor erzählt sie von den Schutzfassaden, hinter denen Menschen ihre Verletzlichkeit verbergen. Ein Roman, der viele Leserinnen und Leser berühren wird.

 

Tutto bene
Laura Wagner
24,00 € (DE)
ISBN 978-3-7558-0087-3
288 Seiten
ET: 14.07.2026
DuMont Buchverlag

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