Win-Win-Situation
Unser Kolumnist Matthias Mayer erklärt, wie seine Buchhandlung vom Partnermodell der Büchergilde Gutenberg profitiert – auch wenn Dausien in Hanau den Job viel besser macht.
Matthias Mayer ist Buchhändler in Langenselbold.
Unser Kolumnist Matthias Mayer erklärt, wie seine Buchhandlung vom Partnermodell der Büchergilde Gutenberg profitiert – auch wenn Dausien in Hanau den Job viel besser macht.
Matthias Mayer ist Buchhändler in Langenselbold.
Die Büchergilde Gutenberg vertreibt ihr Sortiment nur in ausgewählten Partnerbuchhandlungen und nur an Mitglieder. Die Tradition des Hauses, als Genossenschaft hochwertige Bücher erschwinglich anzubieten, ist an feste Mitglieder und Abnahmeregeln gebunden. Also quasi eine Hochzeit zwischen Kundenbindung, Preisbindung und Pflichtfortsetzung. Diese Dreifachbindung ermöglicht einen berechenbaren Vertrieb exklusiver Ausgaben, die eigens lizenziert und grafisch upgegradet werden. Ein Super-Vorwerk-Tupper der Literatur! Aber das wissen Sie ja alles, wenn Sie vom Fach sind.
Als Buchhandlung ist man diesem Ansatz natürlich verpflichtet: Eine gute Büchergilde-Buchhandlung hat immer das frischeste Auswahlsortiment da, remittiert die ollen Kamellen rechtzeitig und ist weithin für ihre Qualität und ihren Service bekannt. So eine bin ich leider nicht. Das klingt eher nach meinem Nachbarn Dausien am Freiheitsplatz in Hanau.
Wir sind nicht wirklich Nachbarn. Aber Dausien in Hanau am Main ist die nächste Großstadtbuchhandlung und Dausien ist in der ganzen Gegend bekannt und renommiert. Dausien ist bei der WUB dabei, und natürlich ist Dausien auch eine Vorzeige-Büchergilde-Buchhandlung.
Deshalb gucken die Büchergilde-Kunden auch immer enttäuscht, wenn sie meinen Laden zum ersten Mal betreten: Weil ich nicht Dausien bin. Ich bin diese andere Art von Büchergilde-Buchhandlung. Ich habe gar kein Auswahlsortiment da, sonst muss ich am Ende wieder so viel remittieren. Aber ich nehme gern Ihre Bestellung auf, stelle mein Abholfach zur Verfügung und erledige den Papierkram. Mein Büchergilde-Selbstbild als kommunaler Nichtdausien ist also nicht, ein Einkaufserlebnis zu inszenieren, sondern: Hey, wenigstens müssen Sie nicht bis in die Großstadt!
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