39 Millionen spielen Games

KI verändert die Spielwelten

20. August 2026
Redaktion Börsenblatt

55 Prozent der Menschen ab 16 Jahren in Deutschland spielen Video- und Computerspiele. 61 Prozent der Gamer:innen erwarten laut Bitkom, dass KI ihr Hobby revolutioniert.

Nahaufnahme eines Gaming Controllers und Neonlicht

Gaming auf Smartphone, PC und Konsolen wird immer beliebter

Gaming im Alltag

Wie der Digitalverband Bitkom mitteilte, spielen 55 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren Video- oder Computerspiele – regelmäßig oder zumindest gelegentlich, etwa auf dem Handy. Das entspricht rund 39 Millionen Menschen. Grundlage ist eine repräsentative Befragung von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.205 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, darunter 663 Gamer:innen.

"Gaming ist in der Breite der Gesellschaft angekommen und dort seit Jahren fest verankert", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Fast die Hälfte der aktiven Gamer:innen (47 Prozent) kann sich ein Leben ohne Video- und Computerspiele nicht mehr vorstellen. 44 Prozent haben sich schon einmal gewünscht, selbst in echt in ein Spiel eintauchen zu können.

Die Zahl der Gamer:innen ist laut PM über die vergangenen Jahre vergleichsweise stabil geblieben: Vor fünf Jahren spielten 50 Prozent der Menschen in Deutschland, 2025 waren es 52 Prozent. Besonders hoch ist der Anteil bei den 16- bis 29-Jährigen mit 89 Prozent. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 70 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen 47 Prozent und ab 65 Jahren 24 Prozent.

Im Schnitt spielen Gamer:innen täglich rund zwei Stunden und nutzen vier verschiedene Gerätetypen. Am häufigsten kommt das Smartphone zum Einsatz (87 Prozent), gefolgt von der Spielekonsole (83 Prozent) und Laptop oder Notebook (69 Prozent). 75 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten Geld für Games ausgegeben.

Bitkom-Umfrage: Gaming bleibt beliebt. Die Zahl der Gamer ist leicht gewachsen.

Mehr Vielfalt und hartnäckige Klischees

51 Prozent der Gamer:innen meinen, die Diversität in Spielen habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Zugleich wünschen sich 46 Prozent mehr Vielfalt bei Charakteren und Stories mit Blick auf Geschlecht, sexuelle Orientierung und Herkunft.

Klassische Rollenbilder bleiben aus Sicht vieler präsent: 52 Prozent finden, Frauen würden in Games oft klischeehaft dargestellt. Bei den männlichen Gamern sind es 41 Prozent, bei den weiblichen 63 Prozent. 44 Prozent sehen auch Männer in Spielen oft stereotyp dargestellt. Zudem sagen 37 Prozent, Frauen seien in Games häufig nur Nebenfiguren.

Schutz bleibt Problem

Beim Kinder- und Jugendschutz sehen viele Gamer:innen Defizite. 15 Prozent geben an, bei Online-Spielen schon häufiger beleidigt worden zu sein. 81 Prozent halten Online- und Videospiele nicht für sichere Räume für Kinder und Jugendliche, 85 Prozent fordern einen besseren Kinder- und Jugendschutz.

Auch die Geschäftsmodelle werden kritisch gesehen: 58 Prozent stören sich an ständigen Kaufangeboten in Videospielen, ein Drittel fühlt sich bei In-Game-Käufen häufig abgezockt. Auch interessant: Trotzdem bevorzugen 43 Prozent ein kostenloses Spiel mit In-Game-Käufen gegenüber einem kostenpflichtigen Spiel ohne weitere Kosten.

KI im Spiel

61 Prozent der Gamer:innen erwarten, dass KI ihr Hobby revolutionieren wird. 65 Prozent rechnen z.B. mit realistischeren Spielwelten und Charakteren, 51 Prozent mit einer individuelleren Spielerfahrung. 54 Prozent spielen lieber gegen KI-gesteuerte Gegner als gegen andere Menschen. Neun Prozent haben mit Hilfe von KI laut Bitkom bereits ein eigenes Spiel programmiert.