Kulturstaatsministerin unterstützt die Frühjahrsmesse

Leipziger Buchmesse erst Ende Mai 2021

2. September 2020
von Börsenblatt

Seit Wochen wurde hinter den Kulissen intensiv geplant und diskutiert, jetzt ist die Entscheidung gefallen: Die Leipziger Buchmesse 2021 wird ins spätere Frühjahr verschoben und findet nun vom 27. bis 30. Mai statt.

Die Leipziger Buchmesse 2019

Direkt vor der lit.Cologne

Gleiches gilt für das Lesefest Leipzig liest, die Antiquariatsmesse und die Manga-Comic-Con. Das gab der Veranstalter am heutigen Mittwoch bekannt. Damit setzt sich das Leipziger Branchentreffen zeitlich direkt vor die lit.Cologne, die nächstes Jahr ebenfalls später beginnt und für die Wochen vom 30. Mai bis 13. Juni angekündigt ist.

Messedirektor Oliver Zille begründete die Entscheidung damit, dass sie »mehr Flexibilität bei der Durchführung der Veranstaltung« gewähre. »Wir können im Hinblick auf die pandemische Situation zusätzlich das Außengelände nutzen und gewinnen mehr Möglichkeiten für das Lesefest Leipzig liest und die Manga-Comic-Con«, erläuterte ein hörbar erleichterter Zille. Im Folgejahr 2022 sei die Messe wieder für Mitte März geplant.

Mit dem Beirat der Buchmesse wurde der Ausweichtermin abgestimmt. Der Börsenverein reagierte mit Verständnis auf die Entscheidung aus Sachsen. Sie könne die Verschiebung »gut nachvollziehen«, sagte Vorsteherin Karin Schmidt-Friderichs. Der neue Termin sei »für die Branche eine Chance«. 

Die Verschiebung ist für die Branche eine Chance.

Börsenvereinsvorsteherin Karin Schmidt-Friderichs

Kurzarbeit beendet

Nach Recherchen des Börsenblatts hat sich auch eine Reihe maßgeblicher deutscher Verlagskunden in Gesprächen mit Zille für eine Terminverschiebung offen gezeigt, darunter die drei konzerngebundenen Verlagsgruppen Random House, Bonnier und Holtzbrinck, außerdem Suhrkamp, Hanser, C.H.Beck, Klett-Cotta sowie viele in der Kurt-Wolff-Stiftung organisierte Verlage.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt die Leipziger mit einer Million Euro aus dem Programm »Neustart Kultur«. Die Mittel sollen für die Teilnahme von Ausstellern, für digitale Projekte und für die Schaffung schutzdienender Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen verwendet werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Ab sofort geht es an der Pleiße nun an die Detailplanungen und Nachjustierungen des Konzeptes. Ende September sollen die Aussteller nähere Informationen erhalten. Dem Vernehmen nach bemüht sich die Messe um die Anpassung der Geschäftsbedingungen, so dass Verlage ohne Risiko und Kostennachteile in Ruhe über ihre Teilnahme nachdenken können. Die Kurzarbeit des Messeteams ist ab sofort beendet.