Festival in Österreich

Europäische Literaturtage widmen sich der Zuversicht

24. September 2026
Redaktion Börsenblatt

"Zuversicht" lautet das Leitthema der Europäischen Literaturtage 2026, die von 19. bis 22. November in Krems-Stein an der Donau stattfinden. Jetzt wurde das Programm bekannt gegeben.

Foto einer Veranstaltung auf den Europäischen Literaturtagen 2024

Eine Veranstaltung auf den Europäischen Literaturtagen 2024: Jürgen Ritte, Anne Weber und Maria Köstlinger (v.l.)

"Zuversicht verleiht Flügel und lähmt zugleich. Aber bedeutet Zuversicht in unserer krisengebeutelten Gegenwart wirklich nur noch die erhoffte Abwendung des Schlimmsten? Oder kann aus Zukunftsangst optimistisches Handeln für eine zukunftsfähige Gesellschaft entstehen? Und welchen Sinn hat Kunst in einer Welt im Umbruch?", fragen die Veranstalter in der Ankündigung der 18. Europäischen Literaturtage. Auch in diesem Jahr versammele der Schriftsteller und Kurator der Europäischen Literaturtage Walter Grond erneut europäische Schriftsteller:innen, Philosoph:innen und Zukunftsforscher:innen aus unterschiedlichen Generationen, um die Frage nach dem Widerspruch von Hoffnung und Zuversicht aus vielfältigen Blickwinkeln zu erörtern.

Unter dem Motto Zuversicht eröffnen am Donnerstagabend im Klangraum Krems Minoritenkirche der Schriftsteller Robert Menasse und die Philosophin und Zukunftsforscherin Lena Papasabbas die diesjährigen Europäischen Literaturtage. Im Gespräch mit Katja Gasser diskutieren sie über das Spannungsverhältnis zwischen radikaler Zuversicht im Denken und traurigem Idealismus. Anschließend liest Robert Menasse aus seinem aktuellen Buch "Die Lebensentscheidung" (Suhrkamp).

Am Freitag und Samstag sprechen die Ökonomin Sigrid Stagl und Autor und Podcast-Host Florian Vitello über den Sinn von guten Nachrichten. Die Schriftstellerinnen Aiki Mira und Ursula Poznanski erörtern die Macht der Technik, während der Erzähler Jonathan Coe mit seinem jüngsten Roman "Der Beweis meiner Unschuld" (Folio; Ü: Cathrine Hornung) die junge Generation und die gegenwärtige Welt porträtiert.

Die Schriftsteller:innen Maja Haderlap und Eli Beneš hinterfragen die Prägung durch Traumata, die Philosophin und Autorin Eva Meijer und die Kunstvermittlerin Amber Massie-Blomfield beschäftigen sich mit der Klimakrise und der gesellschaftlichen Verantwortung von Kunst. Die Schriftstellerinnen Dorota Ambrožová und Miriam Davoudvandi erkunden schwierige Kindheiten und sprechen über Solidarität als Zuversicht, Ilma Rakusa prangert Ungerechtigkeit und Despotismus an und Dorota Masłowska erörtert Ängste und Sehnsüchte der postkommunistischen Generation.
Den Abschluss der Gesprächsrunden und Lesungen bilden die Schriftsteller:innen Magdalena Schrefel und Anthony Passeron, die über die mögliche Rolle von Kunst in der Krise und den erfolgreichen Kampf gegen die Aids-Epidemie erzählen.

Foto von Dacia Maraini. Sie sitzt in einem Sessel, stützt ihren Kopf mit einer Hand ab

Dacia Maraini

Ehrenpreis an Dacia Maraini

Auch in diesem Jahr werden die Europäischen Literaturtage mit der feierlichen Preisverleihung des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln am Sonntagvormittag beendet. Geehrt wird die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini.

Erneut begleiten Konzerte, Führungen und eine Weinverkostung das literarische Programm.

  • Ausgesuchte Lesungen und Diskussionen können über einen Livestream miterlebt werden.
  • Im Anschluss an die Europäischen Literaturtage werden die Veranstaltungen als Videomitschnitte bei okto.tv und im Youtube-Kanal der Europäischen Literaturtage bereitgestellt.
  • Veranstaltungsort: Klangraum Krems Minoritenkirche, Minoritenplatz 5, 3500 Krems an der Donau, Österreich

Das vollständige Programm sowie Informationen zu Tickets finden sich ab sofort hier.