Repressionen in Belarus: Statement

European Writers' Council verurteilt die Ereignisse in Belarus

18. August 2020
von Börsenblatt

Der European Writers‘ Council fordert die Europäische Union in einem Statement dazu auf, Druck auf das autokratische Regime Belarus‘ auszuüben. Der Schriftstellerrat solidarisiert sich außerdem mit dem Verband der belarusischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller (UBW).

Nina George 

Nach den Präsidentschaftswahlen in Belarus, die vom Verdacht massiver Manipulation geprägt sind, erlebte Belarus nach Protesten eine Welle der Repression und Angriffe auf friedliche Demonstranten, die gegen den Missbrauch der Polizei protestierten. Demonstranten, sowie unter anderem der Verband belarusischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller, fordern, alle zu Unrecht festgehaltenen Gefangenen freizulassen, eine demokratische Neuwahl, sowie die Wahrung der Menschenrechte und der Redefreiheit. Journalisten und Blogger werden bedroht und verhaftet und der freie Zugang zu Informationen wird unterdrückt.

„Der European Writers‘ Council ist zutiefst alarmiert über die gewaltsame und systematische Unterdrückung friedlicher Proteste gegen die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen und gegen den autokratischen Präsidenten von Belarus, Alexander Lukaschenko. Der EWC unterstützt entschieden den Appell seiner Mitgliedsorganisation, dem Verband der belarusischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller (UBW), der Solidarität, Meinungsfreiheit und transparente, demokratische Neuwahlen fordert“, heißt es in einem Statement des Schriftstellerrats.

„Wir stehen in ständigem Kontakt mit unserem EWC-Mitglied, dem Verband der belarusischen Schriftstellerinnen und Schriftsteller, und die Nachrichten, die wir erhalten, sind zutiefst beunruhigend und erschütternd", sagt EWC-Präsidentin Nina George. „Unsere unabhängigen Quellen haben uns Berichte über brutale Polizeigewalt auf den Straßen und über Misshandlungen in Gefängnissen, einschließlich psychologischer Folter, Prügel und Vergewaltigungen, übermittelt. Diese eskalierende Gewalt richtet sich gegen all jene Bürgerinnen und Bürger Belarus‘, die von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit Gebrauch machen und die Umsetzung demokratischer Prinzipien in ihrem Land fordern. Wir fordern die Regierungen der Europäischen Union eindringlich auf, nicht schweigend dazustehen, sondern Druck auf das autokratische Regime von Alexander Lukaschenka auszuüben, um dieser Gewalt ein Ende zu setzen und die Werte zu wahren, auf denen die Europäische Union beruht“, drängt George.

Der EWC unterstützt außerdem den Aufruf des UBWs, sich mit Belarus zu solidarisieren und ihren Bericht „Stimmen aus Belarus“ über die aktuellen Ereignisse in Minsk zu verbreiten. Sie können den Erfahrungsbericht hier lesen.

"Belarus ist ein Teil Europas. Lassen Sie die Menschen in Belarus in ihren Bemühungen um den Aufbau eines demokratischen Landes nicht allein. Wir alle müssen jetzt unser mächtigstes demokratisches Instrument einsetzen: unsere Worte", so Nina George.