Prozess in Zimbabwe

Tsitsi Dangarembga schuldig gesprochen

29. September 2022
von Börsenblatt

Seit zwei Jahren läuft das Verfahren gegen Friedenspreisträgerin Tsitsi Dangarembga vor dem Antikorruptionsgerichtshof in ihrem Heimatland Zimbabwe: Am 29. September wurde sie nun schuldig gesprochen. Update: Statement Börsenverein

Tsitsi Dangarembga, 2021 mit dem Friedenspreis ausgezeichnet, steht zurzeit in Zimbabwe vor Gericht

Verurteilt wurde die Friedenspreisträgerin danach vom Gericht in Harare zu einer Geldstrafe in Höhe von 70.000 Zimbabwe-Dollar (ZWL; umgerechnet rund 200 Euro) und sechs Monaten Haft auf Bewährung. 

Tsitsi Dangarembga war vorgeworfen worden, öffentlich zu Gewalt in ihrer Heimat Zimbabwe aufgerufen zu haben. Dabei hatte sie lediglich ein Schild gehalten, auf dem sie Reformen forderte. Die Verurteilung und das Strafmaß hatte der Ehemann der Künstlerin, Olaf Koschke, der dpa bestätigt. 

Hintergrund

Das Verfahren gegen Dangarembga läuft in Zimbabwe, weil sie im Juli 2020 in Harare für eine Reform der Institutionen in Simbabwe protestiert hatte. Sie wurde verhaftet, kurz darauf auf Bewährung frei gelassen und im September desselben Jahres angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, sie habe an der Versammlung mit der Absicht teilgenommen, öffentlich zu Gewalt, Friedensbruch und Bigotterie aufzurufen. 

Statement Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins:

„Endlich hat das Gerichtsverfahren ein Ende gefunden – leider kein gutes. Wir sind zwar erleichtert, dass Tsitsi Dangarembga und Julie Barnes nicht ins Gefängnis müssen, dennoch ist das Urteil eine Farce. Die Bewährungsstrafe verstärkt die Beschneidung ihres Rechts auf freie Meinungsäußerung, da ihnen im Falle eines erneuten Protestes dieser Art ein weiteres Gerichtsverfahren mit schärferem Urteil droht. Sollten die beiden in Berufung gehen, werden wir sie in allen Belangen unterstützen.“

Vorsteherin Karin Schmidt-Friderichs kündigt Unterstützung für Tsitsi Dangarembga an