Manifest französischer Comic-Übersetzer

Übersetzer:innen fühlen sich durch KI bedroht

9. Januar 2026
Redaktion Börsenblatt

Französische Übersetzer:innen und Korrektor:innen asiatischer Comics schlagen Alarm: Künstliche Intelligenz könnte ihre Arbeit bald ersetzen. Das Kollektiv "La Bande illustrée" fordert deshalb Unterstützung von Verlagen, um die Qualität und menschliche Expertise bei Manga-Übersetzungen zu sichern.

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Französische Übersetzer:innen, Schriftsetzer:innen und Korrektor:innen von asiatischen Comics sehen ihre Berufe durch künstliche Intelligenz bedroht. Das Kollektiv "La Bande illustrée" veröffentlichte ein Manifest, über das die Zeitung "Le Figaro" berichtet, in dem die vor den Auswirkungen von KI‑Anwendungen wie ChatGPT und Midjourney gewarnt wird.

Die Angst vor der KI wachse insbesondere bei denjenigen, die japanische, koreanische und chinesische Comics ins Französische adaptieren, betonte eine französische Übersetzerin. Sie und andere Spezialisten fürchten, dass KI‑Anwendungen sie langfristig überflüssig machen könnten. Bereits 2024 kündigte ein japanisches Start‑up an, künftig monatlich 500 Mangas ins Englische übersetzen zu können – fünfmal schneller als ohne KI.

Die Übersetzerin Anaïs Koechlin äußerte, japanische Verlage wollten "die gesamte französische Redaktionsarbeit umgehen". Das Kollektiv "La Bande illustrée" wünsche sich daher Unterstützung von weiteren frankophonen Verlagen.