Die Branche zur Verschiebung der Leipziger Buchmesse

"Wir freuen uns sehr über diese Entscheidung"

16. Mai 2022
von Börsenblatt

Eine Entscheidung wurde getroffen. Die Leipziger Buchmesse 2023 wird verschoben. Börsenblatt online hat sich bei Verlagen umgehört und gefragt, was sie zum neuen Termin sagen sagen. Der Tenor: positiv. 

Messetermin für 2023: 27. bis 30. April

"2023 wird es eine spätere Leipziger Buchmesse in den Leipziger Messehallen und in der gesamten Stadt Leipzig geben", teilte die Leipziger Messe am Montagmorgen mit. Der Verbund aus Leipziger Buchmesse, Manga-Comic-Con, Leipzig liest und Antiquariatsmesse wird vom 27. bis 30. April 2023 in Leipzig stattfinden. 

Wir haben uns bei Verlagen umgehört:

Thomas Rathnow, CEO der Penguin Random House Verlagsgruppe

"Wir haben immer betont, wie sehr wir die Leipziger Buchmesse schätzen. Daher ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, Oliver Zille dabei zu unterstützen, die Buchmesse weiterzuentwickeln und dafür zu sorgen, dass sie 2023 stattfinden kann. Wenn die Verlegung in den April dazu beiträgt, gehen wir diesen Weg gerne mit. Denn im kommenden Frühjahr wollen wir endlich wieder ein großes Fest des Buches feiern und vielfältige Begegnungen von Autor*innen und Leser*innen ermöglichen!"

Katharina Eleonore Meyer, Verlegerin des Merlin Verlags

Katharina Eleonore Meyer, Merlin Verlag 

"Wir freuen uns sehr über diese Entscheidung! Verlage, Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Leser, alle haben die Leipziger Buchmesse in den letzten drei Jahren schmerzlich vermisst. Insbesondere für die unabhängigen Verlage mit ihren vielfältigen Programmen abseits des Mainstreams ist die Sichtbarkeit, die ihnen diese wichtigste deutsche Publikumsmesse verschafft, existentiell. Angesichts der letzten drei Jahre ohne Leipziger Buchmesse gibt es daher kein Wenn und Aber: die Verschiebung des Termins um vier Wochen ist eine sehr kluge und vernünftige Lösung!"

 

Christiane Schulz-Rother, Inhaberin der Tegeler Bücherstube in Berlin und SoA-Vorsitzende des Börsenvereins:

Porträtfoto Christiane Schulz-Rother

Christiane Schulz-Rother betreibt vier Kiezbuchhandlungen in Berlin 

"Aus Buchhändlersicht ist der März der bessere Zeitpunkt, zum einen weil dann die meisten Neuerscheinungen auf den Markt kommen, zum anderen wegen der Ostersaison. Für 2023 kann man die Ausnahme machen und die Leipziger Buchmesse in den April verlegen, damit sie endlich, endlich wieder stattfindet – denn diese Buchmesse ist für die gesamte Branche und über sie hinaus von großer Bedeutung. 

Für das darauffolgende Jahr 2024 würde ich aber sehr klar wieder für den März plädieren. Bezüglich Novitäten und Käufer ist der Februar ein eher schwacher Monat, weswegen es einen starken März braucht, und die Leipziger Buchmesse sorgt in den Medien nun mal überall für große Aufmerksamkeit, sie taucht in den Nachrichten auf, in den Feuilletons werden die Bücher besprochen, viele Lesereisen werden oft mit der Leipziger Buchmesse als Veranstaltungsort geplant, und von Berlin aus fahren auch Interessierte für einen Tag nach Leipzig. All diese Impulse, die von Leipzig ausgehen, sind für uns ideal."

 

 

Thilo Schmid, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Verlagsgruppe Oetinger

Fordert eine Transformation der Buchmessen: Thilo Schmid, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Oetinger

"Herr Zille hat gesagt, dass die Verschiebung auf April es ermöglicht, den Veranstaltungsverbund mit spannenden Konzepten weiterzuentwickeln: Das war einer unserer Wünsche an die Messe und wir freuen uns sehr über diese Nachricht.

Wir werden gerne nach Leipzig kommen, dort unseren Partnerinnen und vor allem unseren Leserinnen begegnen und analoge, hybride und digitale Möglichkeiten nutzen, um unseren Kreativen und unseren Produkten eine Bühne und große Reichweite zu bieten! Die Messe ist für uns ein wunderbarer Branchen-Resonanzboden. Der wirkliche Einverkauf unserer Bücher findet zu einem Großteil bereits heute in Gesprächen mit unseren Handelspartnern im Vorfeld der Messe und begleitend durch unsere wunderbaren Vertreter statt. Hier spielt die Messe keine Rolle mehr."

Nicole Schindler, Leitung Vertrieb, Marketing & Presse Buchverlag, Ulmer:

Nicole Schindler

"Für den möglichen Fall einer neuen Virusvariante, die wieder mehr Einschränkungen und Vorsicht mit sich bringt, ist die Verlegung der Messe auf Ende April absolut nachvollziehbar.

Wir schätzen das zeitnahe Feedback unserer KundInnen zum aktuellen Gartenprogramm in Leipzig immer sehr. Dafür passt der März natürlich besser als April - auch in Bezug auf die verlagsinternen Termine wie z.B. Vertretertagungen.

Aber: Leipzig ist für uns eine sehr wichtige Messe. Wir sind natürlich nächstes Jahr auch Ende April dabei und freuen uns auf die persönlichen Begegnungen und den lebendigen Austausch vor Ort."