Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Neue Gesetze in 2026

7. Januar 2026
Redaktion Börsenblatt

Das Jahr 2026 bringt spürbare Veränderungen für Unternehmen: Die Mindestlöhne steigen und strengere Vorschriften im Verbraucherschutz treten in Kraft. Auch für KI und Social Media gelten neue Regeln. Viele Gesetze betreffen den Buchhandel und Verlage. Unsere Übersicht zeigt, was sich ändert.

Foto von einem Paragrafen, der auf einem Besprechungstisch liegt und von leeren Stühlen umringt ist

Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro

Ab 1. Januar erhöht sich der gesetzliche Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde.

Das bedeutet: Personalkosten steigen – wichtig für alle Betriebe mit vielen geringfügigen oder teilzeitbeschäftigten Mitarbeitenden.

Minijob-Grenze wächst auf 603 Euro

Durch den höheren Mindestlohn steigt die Grenze für Minijobs auf 603 Euro pro Monat.

Equal-Pay-Regeln werden verschärft

Deutschland muss bis spätestens 7. Juni 2026 die EU‑Entgelttransparenzrichtlinie umsetzen. Die Entgelttransparenzrichtlinie verpflichtet Unternehmen zu mehr Offenheit bei Gehältern. Dabei gibt es einige Unterschiede abhängig von der Unternehmensgröße. Das Gesetz soll den Rechtsanspruch von Arbeitnehmer:innen und Bewerber:innen auf Auskunft über individuelles Gehalt und interne Durchschnittswerte stärken. So soll der Gender Pay Gap verringert werden. Arbeitgeber mit vielen Mitarbeitenden müssen intern aktiv Gleichstellungs- und Entgeltprüfverfahren etablieren und regelmäßig berichten.

Das bedeutet: Unternehmen müssen sich auf mehr Lohntransparenz einstellen – das ist wichtig für HR, Tarifstrukturen und interne Kommunikation.

Recht auf Reparatur wird verpflichtend

Das EU‑Recht auf Reparatur muss bis 31. Juli 2026 umgesetzt werden.

Das bedeutet: Händler, die Elektroprodukte wie E‑Reader, Tonieboxen, Tigerboxen oder technische Geräte verkaufen, müssen prüfen, ob eine Reparatur günstiger ist als ein Ersatz. Damit soll Reparatur zur Standardlösung werden. Achtung, auch nach der zweijährigen Gewährleistungspflicht können künftig Reparaturverpflichtungen bestehen, z. B. bei bestimmten Elektrogeräten.

Green-Claims-Regeln: Nachhaltigkeitsaussagen werden strenger

Ab September 2026 sind "grüne" Werbeversprechen nur erlaubt, wenn sie klar belegt und überprüfbar sind.

Das bedeutet: Auch Claims wie "klimaneutral gedruckt" oder "nachhaltig produziert" müssen stimmen.

EU-Verpackungsverordnung: strengere Vorgaben und Bürokratie

Ab dem 12. August 2026 gilt die neue EU‑Verpackungsverordnung (PPWR) unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Sie ersetzt die bisherige Verpackungsrichtlinie und verschärft die Regeln für alle Unternehmen, "die Verpackungen herstellen, befüllen oder in Verkehr bringen" – sprich: den Handel. Kern des neuen Rechtsrahmens sind deutlich strengere Nachhaltigkeits- und Minimierungspflichten: Verpackungen müssen mit weniger Material auskommen, langlebiger sein und nachweislich besser recycelbar werden.

Hinzu kommen u.a. erstmals europaweite Grenzwerte, etwa für PFAS in Lebensmittelverpackungen. Für Händler besonders relevant: Wer Versandverpackungen an Endkund:innen im EU-Ausland liefert, muss sich künftig in jedem Zielland registrieren lassen. Außerdem ist vor dem Inverkehrbringen eine Konformitätsbewertung nötig – inklusive technischer Dokumentation, die jährlich aktualisiert werden muss.

Das bedeutet: Buchhandlungen und Verlage, die Bücher verpacken oder versenden, müssen ihre Materialien, Kennzeichnungen und internen Nachweise rechtzeitig prüfen und gegebenenfalls Prozesse umstellen.

Steuerrecht: Entfernungspauschale steigt auf 38 Cent

Die Pauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit erhöht sich ab 2026 auf 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer.

Das bedeutet: Entlastet Pendler:innen; wirkt sich auf Lohnabrechnungen und Reisekosten aus.

EU-Gebäuderichtlinie wird schärfer

Deutschland muss bis Ende Mai 2026 die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) umsetzen.

Das bedeutet: Betriebe mit eigenen Gebäuden – vom Verlagsgebäude bis zur Filiale – müssen sich auf strengere Energieeffizienz‑ und Sanierungsanforderungen einstellen.

Quellen

Alle Gesetze und Änderungen basieren auf öffentlich verfügbaren, verlässlichen Fach- und Behördenquellen:

Allgemeine Gesetzesänderungen 2026
Deutsche Handwerks Zeitung · Händlerbund · BMAS · Haufe (Personal & Sozialwesen) · Handwerksblatt · Personalwirtschaft · IHK Berlin · IHK Cottbus · Bund der Selbständigen · Steuertipps

Themenbezogene Änderungen
EU‑Verpackungsverordnung (PPWR): Gleiss Lutz · verpackungsgesetz.com · IHK Elbe‑Weser · Protected Shops · IT‑Recht Kanzlei · Der Betrieb