Gerstäcker-Preis an Christian Linker
Der Autor Christian Linker erhält den mit 8.000 Euro dotierten Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur 2026 der Stadt Braunschweig. Für dieses Buch wird er ausgezeichnet.
Christian Linker
Der Autor Christian Linker erhält den mit 8.000 Euro dotierten Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur 2026 der Stadt Braunschweig. Für dieses Buch wird er ausgezeichnet.
Christian Linker
Christian Linker wird für sein Buch "Wenn die Welt unsere wäre" (dtv, 2025) mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur 2026 der Stadt Braunschweig ausgezeichnet. "Mit Christian Linker wird ein Jugendbuchautor ausgezeichnet, der unserer Stadt seit Jahren verbunden ist. Durch sein Mitwirken an der Braunschweiger Jugendbuchwoche und mit seinen Lesungen an Schulen leistet er einen wichtigen Beitrag zur Leseförderung", sagt der Braunschweiger OB Thorsten Kornblum in der Mitteilung der Preisvergabe.
"Linker gelingt es auf geschickte Art und Weise die auf den ersten Blick so unterschiedlichen Geschichten zu einem schlüssigen Ganzen zu verweben", so die Jury in ihrer Begründung. "Harald, der sich in den Wirren der Nachkriegszeit in einem Jugendverein zu engagieren beginnt, Jennifer, die in der DDR als IM die Kirchenkreise infiltriert, und Nadiem, der in der heutigen Zeit mit Rassismus und Vorurteilen konfrontiert wird." Die Lesenden erhielten so auf eine authentische und lebendige Art und Weise Einblicke in die Lebensbedingungen der Nachkriegszeit, der DDR und des heutigen Deutschlands, ohne dass historische Informationen belehrend oder aufgezwungen wirkten. Stattdessen fange Linker die Atmosphäre der jeweiligen Zeit ein und lasse die Lesenden intensiv in die Geschichte eintauchen.
Cover
Die Jury fährt fort: "Die Charaktere sind nahbar, in sich schlüssig und entwickeln eine eigene Stimme, mit der sie ihre Geschichten erzählen. Der gelungene gelegentliche Einsatz von lyrischen Elementen verleiht dem Text auch auf der erzählerischen Ebene Tiefe. Auf vielschichtige Weise wird so der Bedeutung von Vielfalt und Demokratie sowie der Frage, wer und was Deutschland eigentlich ist, nachgegangen. Das Buch verdeutlicht die Komplexität der Themen, ohne sich jedoch in Nebenhandlungen zu verlaufen, und lässt Raum für eigene Gedanken und Diskussionen." Trotz oder gerade aufgrund der einfühlsamen Darstellungsweise, mit der ernste Themen angesprochen werden, sei "Wenn die Welt unsere wäre" vor allem ein Buch, das Hoffnung mache und zu eigenem Engagement aufruft.
Der Jury für den Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur 2026 gehören an: Christina Hausmann (Stadtbibliothek, Stadt Braunschweig), Julia Kronberg (Friedrich-Bödecker-Kreis Niedersachsen), Dr. Inger Lison (Institut für Germanistik, Technische Universität Braunschweig), Anke Märk-Bürmann (Akademie für Leseförderung Niedersachsen), Thomas Ostwald (Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft), Maria Porzig (Kulturinstitut, Stadt Braunschweig), Prof. Dr. Jan Standke (Institut für Germanistik, Technische Universität Braunschweig), Heike Ullmann (Buchhandlung Bücherwurm) inkl. der Jugendjury mit Bruno Böger, Elska Dorge, Marie Horstmann und Hannah Schäfer.
Die feierliche Preisverleihung findet am 3. Juni, um 16 Uhr im Roten Saal des Schlosses statt.
Der Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ist der älteste Jugendbuchpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde 1947 zum Andenken an den Braunschweiger Weltreisenden und Schriftsteller Friedrich Gerstäcker (1816–1872) gestiftet. Mit dem Preis würdigt die Stadt Braunschweig alle zwei Jahre ein in deutscher Sprache verfasstes Werk eines Schriftstellers oder einer Schriftstellerin. Die Auszeichnung ehrt Literatur, die jungen Menschen in sprachlich anspruchsvoller Form das Abenteuer der Begegnung mit fremden Welten nahebringt und Gedanken von Toleranz, Weltoffenheit sowie gesellschaftlicher Verantwortung vermittelt.