Preisverleihung in der Elbphilharmonie

Konstantin Richter erhält den Deutschen Sachbuchpreis 2026

8. Juni 2026
Redaktion Börsenblatt

Der Gewinner des Deutschen Sachbuchpreises 2026 steht fest: Konstantin Richter wurde am 8. Juni bei der Preisgala in der Hamburger Elbphilharmonie unter großem Beifall gekürt. Er liefere mit seinem prämierten Buch "eine Grundlage, die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen", lobte die Jury.

Konstantin Richter hält lächelnd die Urkunde zum Deutschen Sachbuchpreis und sein Buch

Konstantin Richter wurde mit dem Deutschen Sachbuchpreis 2026 ausgezeichnet 

Die Auszeichnung geht an den Autor und Journalisten Konstantin Richter für sein Werk "Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG" (Suhrkamp; ET: 28. Oktober 2025), wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilt. Die Preisverleihung mit einem Grußwort von Jana Schiedek, Staatsrätin für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, fand am 8. Juni im Kleinen Saal der Elbphilharmonie mit vollbesetzten Rängen statt. Durch die Verleihung führte Moderatorin Katty Salié (ZDF-Sendung "aspekte"). Richters Buch lese sich wie ein Epochenroman", sagte sie beim Überblick über die acht Nominierten. Der Stream der Veranstaltung ist online abrufbar.

Richter verriet in seiner Dankesrede, dass er über 20 Jahre das Vorhaben "Dreihundert Männer" in sich getragen habe, Zweifel gehegt hatte ("hatte es mir nicht zugetraut"). Doch dann habe er angefangen zu schreiben – und nun die Auszeichnung. "Ich bin überglücklich über diesen Preis", so der freudestrahlende Autor, "und will auch jetzt wirklich gar nichts mehr".

Buch "Dreihundert Männer." steht neben einem Stapel der anderen Nominierten

Die Begründung der Jury:

"Die Deutschland-AG bestimmt bis heute unser Selbstverständnis als erfolgreiche Wirtschaftsnation. Wie wenig die damit verbundenen Vorstellungen und Konzepte noch auf die Gegenwart passen, zeigt Konstantin Richter in seiner Geschichte der deutschen Wirtschaft seit der frühen Industrialisierung. In kunstvoller Montage stellt er dar, wie das Netzwerk der '300 Männer' auf persönlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene Deutschland geprägt hat. Deutlich wird: Das hatte seinen Preis. Nostalgie hilft nicht weiter. Konstantin Richter macht sichtbar, was sich hinter dem abstrakten Bild der 'deutschen Wirtschaft' verbirgt – und liefert so eine Grundlage, die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen."

Der Jury für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 gehören an:

  • Sibylle Anderl (Die Zeit)
  • Maja Brankovic (Wirtschaftswoche)
  • Manuela Lenzen (Wissenschaftsjournalistin)
  • Pascal Mathéus (Buchhandlung Wassermann, Hamburg-Blankenese)
  • Patricia Rahemipour (Institut für Museumsforschung / Stiftung Preußischer Kulturbesitz)
  • Stefan Spiegel (funk / Marmota Maps)
  • Katrin Vohland (Naturhistorisches Museum Wien)

Etwas über die Verfasstheit der Welt lernen

"Wir lernen mit Sachbüchern etwas über die Verfasstheit der Welt: Die Abwendung aus dem beruflichen wie sozialen Alltag ermöglicht uns anschließend einen klareren und wissenderen Blick auf die Sachen in der Welt. Dabei sind es gar nicht allein die Lösungen, die Antworten, die wir möglicherweise im Buch finden, die uns weiterbringen. Im Gegenteil: Stoßen wir beim Lesen auf Fragen, die wir uns selbst so vielleicht noch nie zuvor gestellt haben, dann nehmen wir, würde ich sagen, den größten Gewinn aus dem Buch mit ins eigene Leben", sagte Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels bei der Preisverleihung.

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert:

  • Heike Behrend: "Gespräche mit einem Toten. Gustaf Nagel, Prophet vom Arendsee" (Matthes & Seitz Berlin)
  • Florence Gaub: "Szenario. Die Zukunft steht auf dem Spiel" (dtv)
  • Tilmann Lahme: "Thomas Mann. Ein Leben" (dtv)
  • Irina Scherbakowa: "Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen" (Droemer)
  • Bettina Schöne-Seifert: "Leben, Körper, Tod. Zwölf aktuelle Kontroversen der Medizinethik" (Wallstein)
  • Roberto Simanowski: "Sprachmaschinen. Eine Philosophie der künstlichen Intelligenz" (C.H.Beck)
  • Ronen Steinke: "Meinungsfreiheit. Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen" (Berlin Verlag)

Das Preisgeld:

Konstantin Richter erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die sieben Nominierten erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Preisträger wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 239 Titel gesichtet, die ab April 2025 erschienen sind. Aus diesen Sachbüchern hat die Jury eine acht Titel umfassende Nominierungsliste zusammengestellt. 

Zum Preis:

Den Deutschen Sachbuchpreis vergibt die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Ausgezeichnet wird ein herausragendes Sachbuch in deutschsprachiger Originalausgabe, das gesellschaftlich relevante Impulse setzt.

Hauptförderer des Preises ist die Deutsche Bank Stiftung, darüber hinaus unterstützen die Stadt Hamburg und die Frankfurter Buchmesse die Auszeichnung. Die ZDF-Kulturreportage "aspekte" und Deutschlandfunk Kultur sind Medienpartner des Preises.

Weitere Informationen und Veranstaltungstermine können abgerufen werden unter www.deutscher-sachbuchpreis.de.

Der Hashtag des Deutschen Sachbuchpreises ist: #DeutscherSachbuchpreis