"Ein Refugium, in dem man länger verweilen möchte"

Leseschatz-Preis geht an Mirko Bonné

26. Oktober 2026
Redaktion Börsenblatt

Mirko Bonné erhält für "Kanzlerkino" (Schöffling) den Leseschatz-Preis der Kieler Buchhandlung Almut Schmidt. Der Roman spielt in den Umbruchzeiten der Wiedervereinigung.

Featurebild mit zwei Büchern "Kanzlerkino"

Das teilten Sonja und Hauke Harder, Geschäftsführer der Kieler Buchhandlung Almut Schmidt mit. Ihre Begründung zum Preisträger Mirko Bonné und "Kanzlerkino" (Schöffling; ET: 20. August) lautet: "Eine gläserne Zeitreise, die uns in Privates, Politisches und in die Räume dazwischen einlädt. Alles wird gläsern durch die Architektur und das Miteinander und durch das Offensichtliche wird wiederum viel überschattet und das, was im Verborgenen schlummert, treibt die Handlung an. Mirko Bonné siedelt seinen Roman in den Umbruchzeiten der Wiedervereinigung an und spielt räumlich mit dem Übergang von der Bonner zur Berliner Hauptstadt."

Die Romane von Mirko Bonné seien stets ein Refugium, in dem man länger verweilen möchte. "Er verwebt Historisches in seine Geschichten und verweist dabei stets auf die Gegenwart. Seine Werke beginnen meist leise, um dann aufzubrausen und Brücken aufzubauen, die uns, die Zeiten und die Ereignisse verbinden. In 'Kanzlerkino' tauchen Menschen auf, die reale Namen tragen, aber auch verwandelte Persönlichkeiten, die doch auch erkennbare Vorbilder haben."

Dieser Roman öffne viele Fenster und belebe eine Zeit, die wohl viele miterlebt haben und schaffe einen Durchzug, der bis zu uns lüftet. Die politische Kulisse sei keine belehrende, keine missmutige, sondern ein Versuch, die Brüche und die Räume dazwischen literarisch zu erfassen. "Mit Hingabe, Humor und Raffinesse wird hier ein Kinosaal belebt, der aus Schauspielern und wahren Persönlichkeiten gefüllt wird. Dabei verwebt die Handlung Historisches und fast schon Kriminalistisches mit einem Ensemble, das uns berührt. Bonné liebt es erneut, mit Licht und Schatten zu spielen." 

Der Roman vereine die Literatur, die Geschichte und das menschliche Miteinander und werde deswegen ausgezeichnet. 

Die feierliche Preisverleihung und Lesung findet am 3. März 2027 statt.

Zum Preis:

Der Leseschatz-Preis wurde von der Buchhandlung Almut Schmidt ins Leben gerufen. Der Name bezieht sich auf deren Blog "Leseschatz". Der Preis wird zum dritten Mal verliehen. Hauke Harder dankt für die Unterstützung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Schirmherrin ist die Kieler Stadtpräsidentin Bettina Aust. Die Festlichkeiten der Verleihung finden im Literaturhaus Schleswig-Holstein statt.

Bisherige Verleihungen und Preisträger sind: 

  1. Arezu Weitholz für ihren Roman "Hotel Paraíso" (mareverlag)
  2. Jina Khayyer für ihren Roman "Im Herzen der Katze" (Suhrkamp)