Für ihren Essay über Stadtbäume

Marion Poschmann nimmt Wortmeldungen-Literaturpreis Open Air entgegen

28. Juni 2021
von Börsenblatt

Am Sonntag, den 27. Juni, hat Marion Poschmann den WORTMELDUNGEN-Literaturpreises der Crespo Foundation in Frankfurt am Main entgegengenommen. Ein kurzes Video-Porträt der Preisträgerin hatte Premiere, ebenso ein Audiowalk "Die Anziehungskraft der Bäume". Beides hier zugänglich.

Bei der Preisverleihung (von links nach rechts): Juroren Hasnain Kazim und Sighard Neckel, Preisträgerin Marion Poschmann, Vorständin der Crespo Foundation Christiane Riedel

Die Preisverleihung fand Open Air im Garten der Villa Cahn (Gästehaus der Goethe-Universität) unter Bäumen statt, wie die Crespo Foundation mitteilte. Marion Poschmann erhielt den mit 35.000 Euro dotierten Preis für ihren literarischen Essay "Laubwerk". Dieser erschien kürzlich als Band 2 der WORTMELDUNGEN-Buchreihe im Verbrecher Verlag. Basierend auf dem Essay entwickelten Moritz Frischkorn und Kat Austen zudem einen Audiowalk, der von der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm und NODE e.V. produziert wurde.

In "Laubwerk" thematisiert Marion Poschmann die Auswirkungen des Klimawandels. Auf unkonventionelle Weise verbinde sie Biologie, Politik und Poetik und lenke den Blick auf den Straßenbaum, um auf den drängenden Handlungsbedarf aufmerksam zu machen. Im Rahmen der Preisverleihung las Marion Poschmann aus ihrem Essay.

Juror Hasnain Kazim vertrat Jury-Vorsitzende Christine Lötscher, die Marion Poschmann in ihrer Laudatio würdigte: "Dass der WORTMELDUNGEN-Preis 2021 an Marion Poschmanns 'Laubwerk' geht, ist auch ein Bekenntnis zur poetischen Wahrnehmung und Gestaltung von Wirklichkeit. Denn es ist eine ethische Haltung, die hier mit der ästhetischen einhergeht, und die letztlich nur durch diese eingeübt werden kann – im ständigen Versuch, Anderes zu sehen, ohne es als das Andere von sich abzutrennen und zu qualifizieren, […]. Insofern ist Marion Poschmanns 'Laubwerk' ein Plädoyer für die künstlerische Arbeit als Form der Auseinandersetzung mit unserer unumgehbaren Verbundenheit mit allem, was wächst und wuchert, blüht und vergeht."

Marion Poschmann bedankte sich für die besondere Auszeichnung und unterstrich noch einmal: "Mein Impuls, mich speziell den Stadtbäumen zu widmen, rührte von ihrem schlechten Zustand, der den zunehmenden Wetterextremen und dem besonderen Stadtklima geschuldet ist. Ich hatte den Wunsch, dies kritisch zu beleuchten, und 'Kritik' meine ich sowohl im Sinne von vernünftiger Beurteilung wie auch von Beanstandung."

Premieren: Audiowalk und Poschmann-Porträt

Am Nachmittag der Preisverleihung (27. JUni) fand die Premiere des Audiowalks "Die Anziehungskraft der Bäume" von Kat Austen und Moritz Frischkorn statt. Im Hof des Mousonturms gaben die beiden Künstler*innen eine Einführung zum Audiowalk.
Anschließend konnten die Teilnehmer*innen den Spaziergang, der sie, begleitet durch Auszüge aus Marion Poschmanns "Laubwerk" und Anleitungen von Moritz Frischkorn von Baum zu Baum führte, erstmalig gehen.

  • Der Audiowalk ist online hier verfügbar und kann orts- und zeitunabhängig auch außerhalb Frankfurts gegangen werden.
  • Im Rahmen ihrer Auszeichnung mit dem WORTMELDUNGEN-Literaturpreis wurde außerdem ein Filmporträt über Marion Poschmann gedreht, das im Rahmen der Preisverleihung erstmals gezeigt wurde. Es ist auf Youtube zu sehen:

Gesprächsrunde mit Poschmann am 11. Juli

Am 11. Juli, um 12:04 Uhr wird es zum Thema des Preisträgerinnentextes eine interdisziplinäre Gesprächsrunde mit der Preisträgerin Marion Poschmann, dem Naturwissenschaftler Dr. Thomas Berberich, dem Künstler Moritz Frischkorn und der Medienökologin Prof. Dr. Birgit Schneider geben. Die Moderation hat Cécile Schortmann. Das Gespräch wird in der Sendung "Literaturland Hessen" in hr2-kultur ausgestrahlt und so einem größeren Publikum zugänglich gemacht.
Thema des Gesprächs werden die Möglichkeiten der Erforschung, Vermittlung und Sichtbarmachung der Klimakrise sein.

Zum Preis

WORTMELDUNGEN – Der Literaturpreis für kritische Kurztexte wird von der Crespo Foundation ausgelobt. Er ist mit 35.000 Euro dotiert und wird jährlich für herausragende literarische Kurztexte verliehen, die in der Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen den Nerv der Zeit treffen. Der mit 15.000 Euro dotierte Förderpreis soll junge Autor*innen motivieren, sich mit dem Thema des Gewinner*innentextes auseinanderzusetzen und eine eigene literarische Position zu formulieren.