Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels

Navid Kermani ausgezeichnet

8. Juni 2021
von Börsenblatt

Friedenspreisträger Navid Kermani erhält 2021 den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln. Seine Literatur zeige "Haltung im Angesicht von Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit", so die Jury.

Navid Kermani

Den Preisträger 2021, Navid Kermani, hat Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels (HVB), der Mitteilung zufolge am 8. Juni bekannt gegeben.

"Sowohl in seinem wissenschaftlichen Werk wie auch in seinen Romanen, Reportagen und Reden eröffnet Navid Kermani seinen Leser*innen einen profunden Blick auf wenig beachtete Lebens- und Erfahrungswelten. Seine Literatur ist im besten Sinn transreligiös und transkulturell und zeigt Haltung im Angesicht von Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit. Kermani steht damit für die Würde des Einzelnen ein - unabhängig von Herkunft oder religiösem Bekenntnis. Sein Engagement für eine offene, tolerante Gesellschaft und sein konsequenter Einsatz für die Menschenrechte und den Frieden machen ihn zu einem idealen Preisträger", begründet Benedikt Föger den Entscheid der Jury.

Über Navid Kermani

Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen in Deutschland, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Mit seiner Dissertation "Gott ist schön: Das ästhetische Erleben des Koran" sorgte er 1999 für viel Aufmerksamkeit. Für seine Romane, Essays und Reportagen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Kleist-Preis, den Joseph-Breitbach-Preis sowie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Zu seinen aktuellen Werken zählen "Entlang der Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan" und "Ungläubiges Staunen. Über das Christentum". Im Juli erscheint sein Buch "Morgen ist da", eine Sammlung seiner bedeutendsten Reden (alle bei C.H. Beck). Seine Sachbücher erscheinen bei C.H. Beck, seine literarischen Werke im Carl Hanser Verlag.

Verleihung
Die feierliche Ehrung für Navid Kermani wird im Rahmen der Europäischen Literaturtage in einer Matinee am 21. November um 11:00 Uhr in der Minoritenkirche in Krems stattfinden. 

Zum Preis

Der Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ist die höchste Auszeichnung, die der österreichische Buchhandel zu vergeben hat. Er wird seit 1990 an Personen vergeben, die sich in ihrem Werk und durch ihr Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise eingesetzt haben und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet haben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) ausgerichtet.

Bisherige Preisträger*innen
Der Preis wurde erstmals 1990 an Milo Dor vergeben, weitere Preisträger*innen waren Viktor Frankl, Inge Merkel, Kardinal Franz König, Gerhard Roth, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl-Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann, Erich Hackl, Barbara Frischmuth, Klaus Wagenbach, Martin Pollack, Paul Lendvai, Erika Pluhar, Armin Thurnher, Alfred Komarek, Brigitte Hammann, Barbara Coudenhove-Kalergi, Bischof Erwin Kräutler, Doron Rabinovici, Elif Shafak, Ilija Trojanow, Francesca Melandri und A.L. Kennedy.