Um Literaturveranstaltungen verdient gemacht

Preis der Literaturhäuser für Sasha Marianna Salzmann

25. Februar 2022
von Börsenblatt

Das Netzwerk der Literaturhäuser verleiht den mit 20.000 Euro dotierten Preis der Literaturhäuser 2022 an Sasha Marianna Salzmann.

Sasha Marianna Salzmann

Sasha Marianna Salzmann ist 1985 in Wolgograd, Russland geboren und im Alter von 10 Jahren nach Deutschland gekommen. Bekannt wurde Salzmann als Hausautor*in des Berliner Maxim-Gorki-Theaters. 2017 erschien mit „Außer sich“ (Suhrkamp) der erste Roman, der gleich auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand und mit dem Mara-Cassens-Preis ausgezeichnet wurde. 2021 folgte der zweite Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ (Suhrkamp).

Das sagt das Netzwerk zu seiner Entscheidung:

„Salzmann versteht es in vor Erzählfreude sprudelnden Texten mit leichter Hand historische Bögen zu spannen, die ‚Zentrifugalkräfte der Geschichte‘ sinnlich fassbar zu machen und, wie in ‚Im Menschen muss alles herrlich sein‘, beispielsweise den Niedergang des sowjetischen Imperiums mit den Versuchen der Romanfiguren, ein eigenes selbstbestimmtes Leben zu führen, miteinander zu verschränken. Zudem weiß Salzmann virulente Themen wie ‚Identität‘ und ‚Geschlechterzugehörigkeit‘ so perspektivenreich und komplex zu verhandeln, dass nie der Verdacht aufkommt, die Texte wollten vor allem einen Diskurs begleiten.“

Auf der Bühne verstehe es Salzmann, den unverwechselbaren Ton ihrer Erzählungen brillant zu vermitteln und im Gespräch mit hoher Präsenz und Eloquenz Einschätzungen so zu formulieren, dass das Publikum sofort in Bann gezogen wird. In Essays gelinge es ihr, ihre Einsichten luzide und ideologisch nie festgefahren darzulegen.

Das Netzwerk sagt darüber hinaus, dass sich Salzmann in hohem Maße um den einmaligen Charakter von Literaturveranstaltungen verdient macht. Ihr Werk sei jetzt schon ein großes literarisches Zukunftsversprechen.

Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am 17. März im Rahmen einer Veranstaltung in Leipzig verliehen.

Frühere Preisträger waren Ulrike Draesner (2002), Bodo Hell (2003), Peter Kurzeck (2004), Michael Lentz (2005), Uwe Kolbe (2006), Sibylle Lewitscharoff (2007), Anselm Glück (2008), Ilija Trojanow (2009) , Thomas Kapielski (2010), Elke Erb (2011), Feridun Zaimoglu (2012), Hanns Zischler (2013), Judith Schalansky (2014), Nicolas Mahler (2015), Ulf Stolterfoht (2016), Terézia Mora (2017), Jaroslav Rudis (2018), Antje Rávik Strubel (2019), Marlene Streeruwitz (2020) und Ingo Schulze (2021)