Essayistik-Preis

Heinrich-Mann-Preis 2026 geht an Mithu M. Sanyal

30. Januar 2026
Redaktion Börsenblatt

Mithu M. Sanyal erhält den mit 10.000 Euro dotierten Heinrich-Mann-Preis 2026 der Berliner Akademie der Künste. Sie sei eine der "produktivsten und originellsten Essayist*innen ihrer Generation", urteilte die Jury.

Mithu M. Sanyal lehnt sich lächelnd an eine helle Wand

Mithu M. Sanyal 

Die Jury, bestehend aus Omri Boehm, Mely Kiyak und Eva Menasse, begründet ihre Entscheidung unter anderem so: "Mithu M. Sanyal ist eine der produktivsten und originellsten Essayist*innen ihrer Generation. Sie verbindet dabei die Sorgfalt der Wissenschaftlerin mit dem Talent der politischen Kommentatorin. Dazu kommt die lebhafte und originelle Sprache der Schriftstellerin. Wie bei jeder guten Essayistin darf man ihr beim Denken zusehen; die Pros und Contras ihrer Thesen wägt sie nachvollziehbar gegeneinander ab. Dabei besitzt sie die Offenheit und geistige Freiheit, manche Fragen als derzeit unentscheidbar stehen zu lassen. Angesichts von zunehmender medialer Unversöhnlichkeit und gesellschaftlicher Spaltung ist Mithu M. Sanyals sanfte, aber nachdrückliche Stimme zu zahlreichen umstrittenen Fragen der Zeit unverwechselbar und ein Beispiel dafür, wie man diskutieren sollte: mit möglichst guten, fein abgewogenen Argumenten und ganz ohne persönlichen Zorn."

Der mit 10.000 Euro dotierte Essayistik-Preis wird am 27. März 2026 anlässlich des Geburtstages des Schriftstellers Heinrich Mann in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin verliehen, teilt die Akademie weiter mit. Die Preisträger:innen der letzten Jahre waren Mely Kiyak (2025), Lena Gorelik (2024) und György Dalos (2023).

Mehr über die Preisträgerin:

Mithu M. Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf als Tochter einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters geboren. Sie ist Kulturwissenschaftlerin und Schriftstellerin sowie als Kritikerin tätig für die Medien Deutschlandfunk, SWR, WDR, BBC, Der Spiegel, The Guardian, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, taz, etc. Als Jurorin sitzt sie u. a. in der Jury für den Ingeborg-Bachmann-Preis. Für ihren Debütroman "Identitti" (Hanser, 2021) wurde sie mit dem Ernst-Bloch-Preis und dem Literaturpreis Ruhr ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Ihr neuer Roman "Antichristie" (Hanser, 2025) wurde ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert und erhielt den Erich Pawlu-Preis. Weitere Veröffentlichungen: "Vulva" (Wagenbach), "Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens" (Nautilus), "Mithu Sanyal über Emily Bronte"(KiWi).

Zum Preis:

Der Heinrich-Mann-Preis für Essayistik wird jährlich aus Anlass des Geburtstages des Schriftstellers Heinrich Mann am 27. März verliehen. Er wurde erstmals 1953 als Literaturpreis durch die Akademie der Künste der DDR vergeben. Die Preistragenden werden durch eine unabhängige dreiköpfige Jury benannt, wobei in der Regel ein Jurymitglied Preisträger:in des Vorjahres ist.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.