Mit 750.000 Schweizer Franken dotiert

Saul Friedländer erhält Balzan Preis

17. September 2021
von Börsenblatt

Der israelische Historiker Saul Friedländer wird für seine Holocaust-Forschung mit einem Balzan Preis 2021 geehrt. Das Preisgeld beträgt umgerechnet rund 690.000 Euro.

Saul Friedländer bei der Friedenspreisverleihung (2007)

Das teilte die Internationale Stiftung Balzan Preis mit Sitz in Mailand mit. Insgesamt wurden drei Preise vergeben, die jeweils mit 750.000 Schweizer Franken dotiert sind (alle Preisträger*innen 2021: hier). Die Hälfte des Preisgeldes soll für Froschungsprojekte mit jungen Forschern verwendet werden.

Peter Kuon und Marjan Schwegman vom Balzan Preisverleihungskomitee haben die Vergabe des Preises für Holocaust- und Genozidforschung an Saul Friedländer so begründet: "Für seinen beispiellosen Beitrag zur Entwicklung der Holocaustforschung. Für sein Meisterwerk, die umfassende Geschichte der Verfolgung und Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden aufzuzeichnen. Für die Schaffung einer historischen Erzählung, welche das Unaussprechliche zum Ausdruck bringt, indem sie die wissenschaftliche Analyse mit den disruptiven Stimmen der Opfer, Täter und Zuschauer verflicht."

Die vier auszuzeichnenden Fachgebiete (2021 wurde in einem Fachgebiet kein Preis vergeben) das seit 60 Jahren existierenden Balzan Preises (Website: https://www.balzan.org/de) wechseln jährlich und stammen aus den Bereichen einerseits der Geistes- und Sozialwissenschaften und der Kunst sowie anderseits der Physik, der Mathematik, den Naturwissenschaften und der Medizin. Auf diese Weise können sowohl neue, wegweisende Forschungseinrichtungen als auch solche von anderen Preisen vernachlässigte wichtige Forschungsgebiete unterstützt werden.

Friedländers Opus Magnum "Das Dritte Reich und die Juden" ist in zwei Bänden (1998: "Die Jahre der Verfolgung 1933–1939"; 2006: "Die Jahre der Vernichtung 1939–1945") auf Deutsch bei C.H. Beck erschienen, in einer TB-Ausgabe im gleichen Verlag sind beide in einem Band vereint. 2007 wurde Friedländer mit den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.