Der ukrainische Autor Juri Andruchowytsch hat den Stefan-Heym-Preis der Stadt Chemnitz erhalten. Oberbürgermeister Sven Schulze (SPD) überreichte die Auszeichnung am 18. April; der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.
Das Kuratorium würdigte Andruchowytsch als eine der bedeutendsten literarischen und intellektuellen Stimmen der Ukraine. Sein Werk verbinde gesellschaftspolitische Schärfe mit feinem Humor, der sich auch gegen autoritäre Systeme richte. Die Laudatio hielt Katharina Raabe, Lektorin des Suhrkamp-Verlags für osteuropäische Literaturen.
Der 1960 geborene Schriftsteller wurde zunächst mit experimentell-satirischer Lyrik bekannt und wandte sich später stärker Prosa und Essays zu. Zu seinen Auszeichnungen zählen unter anderem der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung und der Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf. Andruchowytsch sagte: "In der Bezeichnung des aktuellen Preises mag ich am besten den Punkt mit der Einmischung – in gesellschaftliche wie politische Debatten natürlich. Und ich mische mich gern ein."
Die Preisverleihung bildete zugleich den Auftakt der 35. Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz. Der Stefan-Heym-Preis erinnert an den in Chemnitz geborenen Schriftsteller Stefan Heym (1913–2001) und wird seit 2008 vergeben; zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Amos Oz, Christoph Hein und Jenny Erpenbeck.