Von den traditionell veröffentlichten Titeln erschienen 310.513 mit BISAC-Codes, die zur Kategorisierung von Büchern genutzt werden. Bei selbstverlegten Titeln fiel die Abweichung laut Bowker geringer aus. Das deute darauf hin, dass auch Selfpublisher:innen die Bedeutung von BISAC für die Auffindbarkeit erkannt hätten.
Andrew Kovacs, Product Marketing Manager bei Bowker, nennt als mögliche Gründe für den Anstieg neue Werkzeuge in der Autor:innen-Community. "Inzwischen kann jeder Aspekt des Publikationsprozesses, der früher nur über traditionelle Verlage verfügbar war, über Selfpublishing-Dienstleister in einer vergleichbaren Qualitätsstufe bezogen werden", wirbt Bowker. Diese Werkzeuge unterstützten Autor:innen nicht nur beim Schreiben und Veröffentlichen, sondern auch bei Vertrieb und Vermarktung. Hinzu komme, dass sich ein Titel heute leichter in verschiedenen Formaten wie Hardcover, Paperback oder E-Book veröffentlichen lasse - jeweils mit eigener ISBN.
Kritische Stimmen merken an, dass der rasante Anstieg sich zumindest teilweise auch mit der massenhaften Veröffentlichung von Büchern erklären lasse, die von KI-Tools geschrieben wurden. Eine Pflichtangabe zum KI-Einsatz ist nicht verpflichtend. BISAC, der US-Standard für thematische Buchkategorisierungen, enthält bspw. kein Angabefeld, sodass keine belastbaren Zahlen zum Anteil von KI-Büchern erhoben werden.