Rolle von KI-generierten Büchern unklar

Selfpublishing treibt US-Buchmarkt 2025 deutlich an

2. April 2026
Redaktion Börsenblatt

Die Zahl der in den USA veröffentlichten Bücher mit ISBN ist 2025 deutlich gestiegen – um mehr als 30 Prozent. Wachstumstreiber waren vor allem selbstverlegte Titel. Warum sich nicht sagen lässt, wie viele KI-generierte Bücher darunter sind.

Ein E-Reader in einem Bücherregal

Symbolbild: Ein E-Reader in einem Bücherregal

Deutliches Plus bei Büchern mit ISBN

In den USA ist die Zahl der 2025 veröffentlichten Bücher mit ISBN laut Bowker im Vergleich zu 2024 um 32,5 Prozent auf mehr als vier Millionen gestiegen. Das meldete auch das Branchenmagazin "Publishers Weekly".

Den stärksten Zuwachs verzeichnete dabei ganz klar das Selfpublishing. Die Zahl der selbstverlegten Print- und E-Books, einschließlich Titeln ohne BISAC-Codes, stieg um 38,7 Prozent auf mehr als 3,5 Millionen. 2024 hatte sie bei 2,5 Millionen gelegen.

Auch die Zahl der traditionell verlegten Bücher legte auch zu, allerdings deutlich schwächer: Sie stieg 2025 um 6,6 Prozent auf 642.242 Titel nach 602.428 im Jahr 2024.

Selfpublishing als Wachstumstreiber

Von den traditionell veröffentlichten Titeln erschienen 310.513 mit BISAC-Codes, die zur Kategorisierung von Büchern genutzt werden. Bei selbstverlegten Titeln fiel die Abweichung laut Bowker geringer aus. Das deute darauf hin, dass auch Selfpublisher:innen die Bedeutung von BISAC für die Auffindbarkeit erkannt hätten.

Andrew Kovacs, Product Marketing Manager bei Bowker, nennt als mögliche Gründe für den Anstieg neue Werkzeuge in der Autor:innen-Community. "Inzwischen kann jeder Aspekt des Publikationsprozesses, der früher nur über traditionelle Verlage verfügbar war, über Selfpublishing-Dienstleister in einer vergleichbaren Qualitätsstufe bezogen werden", wirbt Bowker. Diese Werkzeuge unterstützten Autor:innen nicht nur beim Schreiben und Veröffentlichen, sondern auch bei Vertrieb und Vermarktung. Hinzu komme, dass sich ein Titel heute leichter in verschiedenen Formaten wie Hardcover, Paperback oder E-Book veröffentlichen lasse - jeweils mit eigener ISBN.

Kritische Stimmen merken an, dass der rasante Anstieg sich zumindest teilweise auch mit der massenhaften Veröffentlichung von Büchern erklären lasse, die von KI-Tools geschrieben wurden. Eine Pflichtangabe zum KI-Einsatz ist nicht verpflichtend. BISAC, der US-Standard für thematische Buchkategorisierungen, enthält bspw. kein Angabefeld, sodass keine belastbaren Zahlen zum Anteil von KI-Büchern erhoben werden.

Dreijahresvergleich

Zwischen 2022 und 2025 stieg die Zahl der traditionell veröffentlichten Bücher um 10 Prozent. Bei selbstverlegten Titeln lag das Plus im selben Zeitraum bei 43,5 Prozent. Damit wächst das Selfpublishing in den USA deutlich schneller als das traditionelle Verlagssegment.