Konsumklima

Stimmung der Verbraucher weiterhin getrübt

25. Mai 2022
von Börsenblatt

Nach dem Rekordtief im April bleibt die Verbraucherstimmung in Deutschland weiterhin getrübt – bricht jedoch nicht weiter ein. Das zeigt die aktuelle GfK-Konsumklimastudie für Mai 2022.

Die Kosten steigen, das Geld ist weg - ohne Möglichkeit, es festzuhalten und besser zu investieren? 

Konjunktur- und Einkommenserwartung verzeichnen demnach moderate Gewinne, während die Anschaffungsneigung unverändert ist. Für Juni prognostiziert GfK -26 Punkte, was 0,6 mehr als im Mai dieses Jahres sind.

„Damit verbessert sich das Konsumklima zwar geringfügig, die Konsumstimmung ist aber nach wie vor an einem absoluten Tiefpunkt,“ erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Trotz weiterer Lockerungen coronabedingter Beschränkungen drücken der Ukraine-Krieg und vor allem die hohe Inflation schwer auf die Stimmung der Verbraucher.“

Eine nachhaltige Trendwende hänge weiterhin von zwei Faktoren ab: einem Kriegsende in der Ukraine und einem Rückgang der Inflation.

Nach zwei Monaten mit spürbaren Einbußen lege die Konjunkturerwartung im Mai wieder moderat zu. Im Vergleich zum Vorjahr steht allerdings ein Minus von 50 Punkten. Grund sei, dass Verbraucher noch immer eine Rezession fürchteten. Lieferkettenprobleme würden eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft verhindern. Die Lockerungen coronabedingter Beschränkungen könnten so ihre erhoffte positive Wirkung vorerst nicht entfalten.

Auch die Einkommenserwartung erholt sich leicht, nachdem im Vormonat der niedrigste Wert seit fast 20 Jahren gemessen wurde. Aber auch hier weist die Einkommensstimmung im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von mehr als 43 Punkten auf. Gründe sind hierbei die Verunsicherung durch den Ukraine-Krieg und die hohe Inflation. Explosionsartig gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise betreffen die Kaufkraft der Haushalte.

Die Anschaffungsneigung zeige sich nahezu unverändert negativ. Sie ist die Folge schwacher Konjunktur- und Einkommensaussichten.