Nach Absage durch Konfuzius-Institute

Uni stellt Buch über "Xi Jinping" selbst vor

26. Oktober 2021
von Börsenblatt

Nachdem das Konfuzius-Institut offenbar auf Druck von China die Präsentation des Buchs "Xi Jinping" (Piper) abgesagt hat, führt die Universtät Duisburg-Essen die Online-Präsentation nun in Eigenregie durch.

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Das Buch "Xi Jinping – Der mächtigste Mann der Welt" (Piper) wird am gleichen Tag wie vorgesehen (27. Oktober) nun am Institut für Ostasienwissenschaften (IN-EAST) mit beiden Autoren Stefan Aust und Adrian Geiges und Ex-Botschafter Volker Stanzel (von 2004 bis 2007 deutscher Botschafter in China) als Moderator präsentiert, teilt die Universität Duisburg-Essen (UDE) am 26. Oktober mit.

Nachdem die Buchvorstellung vom Konfuzius Institut abgesagt wurde, lädt das IN-EAST virtuell ab 19 Uhr dazu ein. In ihrem Buch porträtieren Aust und Geiges den Staatspräsidenten der Volksrepublik China. Darin zeichnen sie die Stationen Xis auf seinem Weg an die politische Spitze nach und gehen außerdem der Frage nach, wie sein Werdegang mit Blick auf Chinas Politik einzuordnen ist.

Am vergangenen Freitag hatte der Piper Verlag über die Absage des Termins durch die Konfuzius-Institute in Duisburg und Hannover berichtet.

In einer Mitteilung vom 25. Oktober hatte die UDE betont, dass sie weder in Planung noch Absage der Buchvorstellung durch das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr involviert gewesen sei. "Für uns ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar und sie darf sich auch nicht wiederholen", wird Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke in der UDE-Mitteilung zitiert.

Bisher seien der Universität keine Fälle direkter Einflussnahme der chinesischen Staatsführung auf das Programm des Konfuzius-Instituts in Duisburg bekannt geworden. Umso irritierter sei die Hochschulleitung, dass nun offenbar von offizieller Seite Druck ausgeübt wurde, um diese Veranstaltung zu verhindern. "Wir werden deshalb jetzt das Gespräch mit der Leitung des Instituts suchen", kündigt Radtke an.