Interview zur Preiselastizität von Büchern

Bestseller reagieren anomal

12. Juni 2023
Christina Schulte

Wie sensibel reagieren Buchkäufer:innen auf steigende Preise? HTWK-Absolventin Fabienne Suhling hat in ihrer Masterarbeit speziell die Preiselastizität von belletristischen Bestsellern untersucht. Verlage können aus den Ergebnissen einiges ableiten.  
 

334 Top-20-Bestseller aus der Warengruppe Belletristik hat Fabienne Suhling in ihrer Masterarbeit auf die Preiselastizität hin untersucht. Sie hat also im Detail analysiert, inwiefern die Höhe des Preises die Nachfrage beeinflusst – und zwar mithilfe von zweistufigen Regressionsanalysen (siehe Glossar). Die benötigten Informationen, etwa Preise und Absatzmengen, wurden von den Verlagen zur Verfügung gestellt. 

Berücksichtigt hat Fabienne Suhling dabei auch physische Qualitäten wie etwa die Ausstattung der Bücher – die sich entsprechend auf die Kosten in der Produktion auswirken. Sogenannte hedonische Qualitäten wurden ebenfalls einbezogen. Dazu zählen Autorenmarken oder Bestsellersiegel. Da Autorenmarken nicht per se messbar sind, hat sie bisherige Bestsellererfolge, Literaturauszeichnungen und eine Verlagseinschätzung als sogenannte Indexvariable zusammengefasst. 

Insgesamt hat sie fünf Regressionsanalysen berechnet, um auch nach verschiedenen Printformaten zu differenzieren und den kombinierten Einfluss von hedonischen Faktoren zu erfassen. Am Ende der Masterarbeit leitet sie aus den gewonnenen Erkenntnissen Empfehlungen für die Preisstrategie von Verlagen ab.