Verlagsübernahme

Daniel Kampa übernimmt Jung und Jung

24. November 2021
von Börsenblatt

Jochen Jung verkauft seinen Salzburger Verlag "Jung und Jung" an Daniel Kampa. Mitarbeiter und der Verlagsstandort in Österreich sollen erhalten bleiben. 

Jochen Jung, Daniel Kampa (von links)

"Literatur, die das Wort 'anspruchsvoll' ernst meint, braucht Verlage, die das damit verbundene Risiko gern eingehen. Ich freue mich, mit Daniel Kampa einen literaturbegeisterten Käufer gefunden zu haben", so Verleger Jochen Jung in der Pressemitteilung. 

Jochen Jung, der im nächsten Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, sei klar gewesen, dass er den Verlag nicht auf Dauer weiterführen könne. Alle Versuche, mit großen Verlagshäusern zu verhandeln, seien gescheitert, erzählt er im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten

Zum 1. Januar 2022 wird der Wechsel wirksam. "Seit seiner Gründung im Jahr 2000 durch Jochen Jung strahlt der Verlag Jung und Jung literarisch weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit diesem Verlag, 'der immer wieder ein irres Talent für das Entdecken neuer Talente hat"", so Daniel Kampa und bezieht sich damit auf ein Kommentar von Andreas Platthaus in der FAZ. 

"Ich bin überzeugt davon, dass es kleinen literarischen Verlagen heute und in Zukunft zugute kommt, wenn sie sich zusammentun und in den Bereichen Vertrieb, Presse, Lizenzen, Herstellung und Administration die Kräfte bündeln, weil so mehr Zeit und Energie bleibt für das Entscheidende: das Programm, die Bücher, die Autoren."

Die Mitarbeiter*innen, Günther Eisenhuber, Regina Rumpold-Kunz und Anna Jung, die literarische Ausrichtung des Jung und Jung Verlags sowie der Standort Salzburg bleiben erhalten. Wie Jochen Jung gegenüber dem Börsenblatt bestätigt, wird er dem Verlag als "stiller Mitarbeiter für das Programm" erhalten bleiben.

Dazu sagt Daniel Kampa: "Beide Verlage, Kampa und Jung und Jung, werden ihre programmatische Unabhängigkeit, ihren eigenen Stil beibehalten, aber hinter den Kulissen 'in dieselbe Richtung graben', um die Bücher und Autoren so gut wie nur möglich zu präsentieren und den Buchhandel dabei ideal unterstützen.“