Wie Gräfe und Unzer Ratgeber konzipiert

"Der Papiermangel ist ein Anti-Konjunkturprogramm für die Branche"

4. Juli 2022
Sabine Cronau

Keimzelle war eine Buchhandlung: Der Münchner Verlag Gräfe und Unzer feiert 300. Geburtstag. Warum sich das Ratgebergeschäft immer wieder neu erfinden muss – und die Arbeit mit Sinus-Milieus bei GU überholt ist: Antworten von Programmgeschäftsführer Ulrich Ehrlenspiel.  

Welchen Bestseller aus den vergangenen 300 Jahren würden Sie gern wiederholen?
Ein Buch, das – gemessen an der langen Verlagsgeschichte – einen Wimpernschlag nach der Gründung erschienen ist: »Nützlicher Zeitvertreib auf dem Kranken- und Sterbebette in geistreichen Betrachtungen« von 1753. Der Titel steht für eine Grundhaltung, die uns bis heute begleitet: Wir machen Bücher aus der Perspektive unserer Leserinnen und Leser, wir wollen sie in ihrer Lebens­situation abholen, sie auf Augenhöhe ansprechen, ihren Alltag bereichern. Den Weg dahin müssen wir in jeder Epoche der Verlagsgeschichte neu erfinden.