"Die Aufmerksamkeitsspanne von Kindern nimmt mehr und mehr ab"
Wenig Text, viel Bild – dieser Trend ist im Kinderbuch nicht aufzuhalten. Illustrierte Doppelseiten, Lektürehäppchen und ein aufgelockertes Satzbild setzen sich durch. Das hat Gründe.
Wenig Text, viel Bild – dieser Trend ist im Kinderbuch nicht aufzuhalten. Illustrierte Doppelseiten, Lektürehäppchen und ein aufgelockertes Satzbild setzen sich durch. Das hat Gründe.
352 Seiten umfasst Johanna Spyris ungekürzter Roman »Heidi«. Carole Aufranc kürzt den Text radikal auf 64 Sätze und schafft so eine Light-Version (Bergli Books) mit ganzseitigen Bildern für Kinder ab 4. »Schweizer Klassiker, ganz einfach«, titelt der Verlag. Der Plot der Geschichte ist holzschnittartig vorhanden, doch die Pausen, Veränderungen, Entwicklungen fehlen, sodass die Gefühlslagen der Figuren nur rudimentär erfassbar sind.
Im Vergleich zur Bildmenge kommt auch Amélie Javaux’ »Der Tag, an dem ich den bösen Wolf verjagte« für Selbstleser mit wenig Text aus. »Den bewegenden Inhalt der Geschichte kann man aber durch Annick Massons Illustrationen wunderbar greifen. Das heikle Thema Mobbing wird dabei von den Bildern geleitet, der Text wirkt quasi ergänzend dazu«, erklärt Verlegerin Anna Kindermann. »Es funktioniert also sehr gut, wenig Text zu nutzen, wenn die kongenialen Bilder im Vordergrund stehen und aussagekräftig genug sind.«
Einen großen Dank an all die großartigen Mitarbeiter*innen in den Kinder- und Jugendbuchverlagen. Ich freue mich immer selbst sehr, wenn ich meinen Kindern ein neues Buch kaufen kann/darf/"muss" :-)