Interview mit Charlotte Kramer

"Ein Faksimile ist niemals eine Wertanlage im pekuniären Sinn"

28. März 2024
Matthias Glatthor

Der Verlag Müller und Schindler produziert aufwendige Faksimiles von mittelalterlichen Handschriften oder Drucken. Verlegerin Charlotte Kramer erläutert im Interview das Geschäftsmodell – kürzlich hat man zudem die Universal Art Group als Dach der Aktivitäten gegründet. Thema sind auch die Betrüger, die mit Billig-Faksimiles ihr Unwesen treiben. 

Wie entscheiden Sie, welches Faksimile Sie produzieren?

Zunächst erstellen wir eine Auswahl von interessanten Handschriften – etwa anhand von Museumskatalogen, Ausstellungen, Empfehlungen von Bibliotheken oder Hinweisen von unserem wissenschaftlichen Team. Diese werden auf ihre Bedeutung, Interesse und Umsetzbarkeit hin überprüft und dann wird um die Rechte bei den Eigentümern angefragt.

Wir veröffentlichen nicht nur Faksimile-Editionen im eigenen Verlagsprogramm; wir bekommen auch zahlreiche Aufträge von Museen, Bibliotheken und auch Privatpersonen, die bestimmte Werke gerne als originalgetreue Reproduktionen haben möchten.