Jörg Bong hat uns allen die Bretagne geschenkt. Wer seine Bücher aufschlägt, riecht förmlich den Atlantik, schmeckt die Salzkristalle auf der Haut und sieht das unvergleichliche Licht der Bretagne vor sich. Er hat Kommissar Dupin zu einem Freund gemacht, dessen Kaffeekonsum und Eigenarten uns so vertraut sind wie die unserer eigenen Nachbarn. Das Genre des Kriminalromans hat er dabei aufs Wunderbarste geweitet: Seine Bücher sind atmosphärische Gesamtkunstwerke, in denen Kulinarik, Kunstgeschichte und die raue Natur nicht als Staffage dienen, sondern die Seele der Erzählung bilden. Hier schreibt einer, der die Menschen und ihre Geschichte wirklich liebt.
Doch der Homme de lettres Jörg Bong ist nicht nur der Meister der Unterhaltung und der französischen Lebensart. In ihm brennt ein ebenso starkes Feuer für das ernste, das politische Wort. Es ist beeindruckend zu beobachten, mit welcher intellektuellen Leidenschaft er sich der Geschichte unserer Demokratie widmet. Mit seinem großen Werk "Die Flamme der Freiheit" hat er der Revolution von 1848/49 ein literarisches Denkmal gesetzt, das weit über die Fachwelt hinaus strahlt.
Hier schreibt kein trockener Historiker, hier schreibt ein leidenschaftlicher Demokrat, der die Dringlichkeit der Vergangenheit für unsere Gegenwart spürbar macht. Er erzählt Geschichte so lebendig und visuell, wie er seine Kriminalfälle inszeniert – als ein Drama menschlichen Mutes. Dass er als Herausgeber der mittlerweile 16-bändigen Edition Paulskirche zudem die Originaltexte der frühen Freiheitskämpferinnen und -kämpfer vor dem Vergessen bewahrt hat, ist eine verlegerische und staatsbürgerliche Großtat. Er erinnert uns daran, dass Freiheit kein Geschenk ist, sondern eine Errungenschaft, die jeden Tag neu erzählt und verteidigt werden muss