Frau, Verlegerin, Vorbild - das war Antje Kunstmann, in genau dieser Reihenfolge.
Das letzte Mal haben wir uns gesehen auf meiner Abschiedsparty, das erste Mal - wer weiß? Vielleicht, als ich wie wohl viele andere die Taschenbuchlizenz für den "Kleinen Erziehungsberater" von Axel Hacke kaufen wollte, einen ihrer großen Erfolge. Oder im buchwissenschaftlichen Seminar, als sie mich mitnahm zu Edda Ziegler, bei der ich auch studiert hatte, damit wir jungen Frauen unseren Beruf, nein Berufung erklären?
Dazwischen schmuggelt sich die Erinnerung an unsere Zusammenarbeit im Vorstand der "AG Pub" des Börsenvereins vor gefühlt einem Vierteljahrhundert. Und nicht zuletzt am Kopfende unserer zeitweiligen Münchner Damenrunde, laut lachend, scharfzüngig und inspirierend. Sie war immer da, wo es galt den Mund aufzumachen, Haltung zu zeigen. Dass ihre Stimme nicht mehr zu hören sein wird, macht mich sehr traurig und die Bücherwelt ärmer.
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