Frühjahrsdebüts junger Autor:innen
Die Bandbreite der literarischen Debüts ist in diesem Frühling enorm – mit Blick auf die Lebenserfahrung der Autor:innen, ihren Stil und die verhandelten Themen. Ein Streifzug.
Die Bandbreite der literarischen Debüts ist in diesem Frühling enorm – mit Blick auf die Lebenserfahrung der Autor:innen, ihren Stil und die verhandelten Themen. Ein Streifzug.
Dass Kea von Garnier, die in Hildesheim Literarisches Schreiben studiert hat, und Oliwia Hälterlein, Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig (DLL), nahezu zeitgleich mit ihren Debütromanen fertig wurden, ist reiner Zufall. Getoppt wird er noch von der Tatsache, dass beide, unabhängig voneinander, bei der gleichen Literaturagentur landeten – der 2025 gegründeten zoraLit. In diesem Frühjahr erscheinen die Bücher der beiden Schriftstellerinnen. Kea von Garniers "Restsommer" (März), eine Coming-of-age-Geschichte über die erste große Liebe zweier Kleinstadtjungs, ist Spitzentitel bei Blessing. In "Wir Töchter" (C. H. Beck, Februar) erzählt die 1986 in Bydgoszcz geborene Oliwia Hälterlein eine weibliche Familiengeschichte über drei starke Frauen: die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aufgewachsene Bäuerin Marianna, ihre Tochter Ròza, die Ende der 1980er Jahre Polen verlässt, und Enkelin Waleria, die im wiedervereinten Deutschland aufwächst. An dem Buch, in dem notabene fast 100 Jahre deutsch-polnische Zeitgeschichte stecken, hat Hälterlein ihr ganzes Master-Studium gearbeitet – sie hat unzählige Bücher gelesen, Dokus geschaut, polnische Quellen übersetzt und Interviews geführt. Über die bange Zeit, in der die beiden Autorinnen ihre Manuskripte in den Literaturbetrieb gaben, unterhalten sie sich in bislang zwei sehr hörenswerten Folgen von Kea von Garniers Podcast "Säfte und Kräfte". Ab einem bestimmten Punkt ähnele dieser Prozess "verzweifeltem / toxischen Dating", schreibt Hälterlein in ihr digitales Notizbuch. "Man hofft so sehr, dass sich jemand in den Text verliebt, ihn als wertvoll, literarisch und auch wirtschaftlich lohnenswert betrachtet, gibt diesem einen Leseeindruck, dieser einen Ab- und Zusage so viel Gewicht und vergisst manchmal sogar, warum man diesen Text geschrieben hat, was man so sehr an ihm liebt."
"King Cobra" (dtv)
"Wir Königinnen" (Berlin)
"Restsommer" (Blessing)
"Das schönste aller Leben" (Hanser Blau)
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