Neue Stimmen in der Literatur

Frühjahrsdebüts junger Autor:innen

14. Januar 2026
Nils Kahlefendt

Die Bandbreite der literarischen Debüts ist in diesem Frühling enorm – mit Blick auf die Lebenserfahrung der Autor:innen, ihren Stil und die verhandelten Themen. Ein Streifzug.

Auf gelbem Hintergrund stehen die Cover der 11 Bücher, die im Artikel beschrieben werden

Dass Kea von Garnier, die in Hildesheim Literarisches Schreiben ­studiert hat, und Oliwia Hälterlein, Absolventin des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig (DLL), nahezu zeitgleich mit ihren Debütromanen fertig wurden, ist reiner Zufall. Getoppt wird er noch von der Tatsache, dass beide, unabhängig voneinander, bei der gleichen Literaturagentur landeten – der 2025 gegründeten zoraLit. In diesem Frühjahr erscheinen die Bücher der beiden Schriftstellerinnen. Kea von Garniers "Restsommer" (März), eine Coming-of-age-Geschichte über die erste große Liebe zweier Kleinstadtjungs, ist Spitzentitel bei Blessing. In "Wir Töchter" (C. H. Beck, Februar) erzählt die 1986 in Bydgoszcz geborene Oliwia Hälterlein eine weibliche Familien­geschichte über drei starke Frauen: die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aufgewachsene Bäuerin Marianna, ihre Tochter Ròza, die Ende der 1980er Jahre Polen verlässt, und Enkelin Waleria, die im wieder­vereinten Deutschland aufwächst. An dem Buch, in dem notabene fast 100 Jahre deutsch-polnische Zeitgeschichte stecken, hat Hälterlein ihr ganzes Master-Stu­dium gearbeitet – sie hat unzählige Bücher gelesen, Dokus geschaut, polnische Quellen übersetzt und Interviews geführt. Über die bange Zeit, in der die beiden Autorinnen ihre Manuskripte in den Literaturbetrieb gaben, unterhalten sie sich in bislang zwei sehr hörenswerten Folgen von Kea von Garniers Podcast "Säfte und Kräfte". Ab einem bestimmten Punkt ähnele dieser Prozess "verzweifeltem / toxischen Dating", schreibt Hälterlein in ihr digitales Notizbuch. "Man hofft so sehr, dass sich jemand in den Text verliebt, ihn als wertvoll, literarisch und auch wirtschaftlich lohnenswert betrachtet, gibt diesem einen Leseeindruck, dieser einen Ab- und Zusage so viel Gewicht und vergisst manchmal sogar, warum man diesen Text geschrieben hat, was man so sehr an ihm liebt." 

Mit Börsenblatt Plus ins Branchengeschehen eintauchen

Sie wollen diesen B+-Artikel weiterlesen?
Nutzen Sie unsere B+-Angebote ab 5 €/Monat:.

Mit B+ haben Sie Zugriff auf alle Plus-Artikel sowie auf das aktuelle E⁠-⁠Paper und das Heft-Archiv seit 2019.

Börsenvereinsmitglieder und Abonnierende des Print-Heftes können B+⁠-⁠Inhalte ohne zusätzliche Kosten nutzen. Mehr dazu hier.

Um B+ zu abonnieren/nutzen, müssen Sie sich bei Börsenblatt Online registrieren.