Interview mit Sylvia Tobias

"Ideen habe ich genug"

11. August 2026
Matthias Glatthor

Nach über 37 Jahre beim Münchner Sprachverlag Hueber verabschiedet sich Sylvia Tobias in den Ruhestand – aber nicht so ganz. Hier spricht sie über ihre Anfänge, KI in Lehrwerken, schrumpfende Buchhandelsflächen und die Frage, warum gute Pädagogik nicht automatisierbar ist.

Sylvia Tobias

Sylvia Tobias war über 37 Jahre beim Hueber Verlag in München tätig. Zuletzt, von April 2019 bis 31. Juli 2026, als ­Geschäftsführerin Marketing und Vertrieb. Auch im Ruhestand bleibt die 66-Jährige dem Verlag erhalten

Welche Veränderung im Sprachsegment hat Sie in Ihren 37 Jahren bei Hueber am stärksten überrascht?

Sylvia Tobias: Da gab es etliche Veränderungen, eigentlich alle zehn Jahre wieder etwas anderes. Als ich anfing, war zum Beispiel Englisch in der Arbeitswelt noch keine Selbstverständlichkeit. Heute ist es die globale Arbeitssprache schlechthin. Sprachkurse bis B1 braucht man eigentlich nicht wirklich. Englisch lernen viele zudem über Filme, Podcasts, YouTube und Communities. Aber ich glaube auch, dass das Netz seltene Sprachen wieder präsenter gemacht hat, weil sie dort sichtbar werden können. Die Digitalisierung haben wir alle beobachtet, aber was jetzt mit KI kommt, ist noch einmal ein richtiger Schritt.