Künstliche Intelligenz

KI als Prozessbeschleuniger

21. Juni 2023
von Michael Roesler-Graichen

Ganz ohne Hype: KI-Tools können der Branche sehr nützen – ob bei Metadatenpflege, Marketing oder Backlist-Management. Dorette Peters, Sprecherin der IG Produktmetadaten und Leitung Titel- und Metadatenmanagement bei Penguin Random House, und Harald Henzler von Smart Digits im Gespräch. 

Kann KI bei der Verarbeitung von Daten und Metadaten helfen?

Henzler: Ja, auf jeden Fall. Wir haben es inzwischen mit solchen Datenmengen zu tun, dass es unmöglich wäre, sie händisch zu verarbeiten. Wir würden der Daten nicht mehr Herr. Der Vorteil von KI ist, dass man mit ihrer Hilfe große Datenmengen schneller verarbeiten kann und die ganz natürlichen mensch­lichen Schwächen wie Müdigkeit, Konzentra­tionsschwäche oder Voreingenommenheit bei der Analyse außen vor bleiben. Daniel Kahnemann hat in seinen Büchern sehr schön auf diese Schwächen menschlicher Entscheidungen hingewiesen. Das heißt natürlich noch nicht, dass die Ergebnisse der Algorithmen stimmen.

Wie zuverlässig ist denn KI in diesem Zusammenhang?

Peters: KI ist nicht objektiv, weil KI-Modelle nur Wahrscheinlichkeiten berechnen. Dass etwas eintritt oder gilt, ist also allenfalls hochwahrscheinlich, aber nicht unbedingt wahr. Hinzu kommt, dass die Vorhersagemodelle auf Datensätzen berufen, die von Menschen erstellt worden sind, und die Quellen nicht immer offensichtlich sind.
Henzler: Algorithmen sind angewandte Statistik, und sie sind nur so stark wie die Vorstellung, die wir uns von ihnen machen, und die Macht, die wir ihnen zugestehen. Wir sind mittendrin, das Zusammenspiel von Mensch und Maschine zu lernen.
 

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