Nach wie vor findet sich viel autofiktionales Schreiben, Ich-bezogene Literatur, Selbstbespiegelung über die privaten Sorgen und Nöte. Neuerlich gibt es wieder verstärkt eine Auseinandersetzung mit der italienischen Geschichte, mit Kolonialismus und Faschismus. Und Autoren fragen sich, was es heißt, dass eine ganze Generation in ihrer Jugend nie etwas anderes erlebt hat als Berlusconi-Regierungen? Die 35-jährige Autorin Giulia Caminito etwa lotet in ihrem Roman "Das Wasser des Sees ist niemals süß" aus, wie man mit dieser Enge umgeht: Es gibt keine Aufstiegschancen, kein Entkommen aus der Klasse, in die man hineingeboren wurde. Hart und beeindruckend.