Sag mir, wo die Männer sind...
Eine Frage, die in den vielen Diversitätsdebatten nur selten gestellt wird: Warum gibt es eigentlich in den Kinder- und Jugendbuchverlagen so wenige Männer? Vor allem dort, wo die Programme entstehen?
Eine Frage, die in den vielen Diversitätsdebatten nur selten gestellt wird: Warum gibt es eigentlich in den Kinder- und Jugendbuchverlagen so wenige Männer? Vor allem dort, wo die Programme entstehen?
Es ist keine Überraschung: Die Welt der Kinder- und Jugendbuchverlage ist weiblich. Viel weiblicher als die Verlagswelt insgesamt. Das gilt (mittlerweile) auch für die Führungsetagen: Bei Carlsen, Ravensburger, Oetinger, Thienemann-Esslinger und Arena, also in fünf der sieben umsatzstärksten Kinder- und Jugendbuchverlage, sitzen durchweg Frauen an den Schalthebeln. Auch viele andere der namhaften Verlage wie Beltz & Gelberg, arsEdition, Kosmos, DK, Tessloff und Gerstenberg werden von Frauen geleitet.
Natürlich gibt es auch noch die Verleger, zum Beispiel bei Loewe, Coppenrath, Magellan, W1 und Peter Hammer. Aber geht man einen Schritt weiter in den Maschinenraum der Kinderbuchverlage, in die Lektorate, sieht das schon anders aus. Dort wird die Suche nach Männern zur Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Mit dem Ergebnis: Es gibt in den größeren Verlagen mit erzählenden Programmen in der Berufsgruppe der Lektor:innen keinen einzigen, wenn man’s genau nimmt. Die letzten ihrer Art sind auf der Karriereleiter längst aufgestiegen und mindestens als Programmleiter beschäftigt. Der Nachwuchs fehlt.