Die Methode setzt an zwei Stellen an: Einerseits begrenzt Bosse die Wortlänge, andererseits markiert sie Lautverbindungen. Ein "Au", ein "Ei", ein "Ie", aber auch "Ch", "St" oder "Sp" sollen nicht als einzelne Buchstaben gelesen werden. Aus K, Au, M wird so "kaum". Leseanfänger:innen können die Buchstaben bereits erkennen und trotzdem vergessen, die passenden Laute zu verbinden. Eine Markierung macht darum sichtbar, an welcher Stelle besondere Aufmerksamkeit nötig ist, Verbindungen wie "ei" und "au" oder "ch" werden farblich hervorgehoben.
Die Bücher folgen deshalb keiner Alterslogik. Ein vierjähriges Kind kann die Zwei-Buchstaben-Bücher lesen; ein Kind mit LRS oder aus dem Förderschulbereich braucht möglicherweise länger. Entscheidend ist für Bosse nicht die Klassenstufe, sondern das Gefühl: "Ich kann es schaffen." Die kurzen Wörter sollen Übung ermöglichen, ohne den Anspruch zu erzeugen, alle Kinder müssten im gleichen Tempo vorankommen.
Dabei bleibt die literarische Aufgabe anspruchsvoll. Aus den wenigen Zwei-Buchstaben-Wörtern müssen Geschichten entstehen, die nicht wie reine Übungen wirken, sondern Spaß machen. In "Im Am Um" verändert sich von Seite zu Seite nur ein Buchstabe; zwei Hasen machen daraus einen Zauber-Comic. Bei den Drei-Buchstaben-Büchern helfen Sprechblasen und Bilder. Das Bild erzählt mit, erklärt eine Szene und schafft Anlass, über Wörter wie "zu", "an" oder "am" zu sprechen.