Kaufverhalten im Buchhandel

Wie unterscheiden sich Lesemotive bei Frau und Mann?

16. April 2021
von Sabine van Endert

Welche Bücher werden gekauft? Wollen die Kund*innen lieber entspannen oder eintauchen? Der neue Klassifikationsstandard »Lesemotive« zeigt: Die Kundenbedürfnisse sind bei Frauen und Männern zum Teil sehr unterschiedlich ausgeprägt.  

Cirk Sören Ott: Vorstand der Gruppe Nymphenburg Consult 

Es gibt Literatur von Frauen, über Frauen und für Frauen. Die beiden ersten Varianten sind eindeutig, aber die dritte? Frauen wird gern mal ein einheitlicher, oftmals weniger anspruchsvoller Lesegeschmack unterstellt. Zugleich gibt es literarische Stoffe, die mehr von Frauen gelesen werden, bei anderen greifen mehr Männer zu. Die Frage ist, wie die Bücher bestmöglich an den richtigen Leser, die richtige Leserin gebracht werden können. 

Der Vielfalt weiblicher »Lesemotive« nähert sich MVB jetzt mit dem gleichnamigen Klassifizierungsstandard für Bücher an. https://mvb-online.de/product/lesemotive
»Zwar sind es dieselben unbewussten Bedürfnisse, die Frauen und Männer Bücher kaufen lassen, aber sie sind unterschiedlich verteilt«, sagt Lesemotiv-Botschafterin Stephanie Lange. Besonders interessant seien dabei die signifikanten Abweichungen zwischen den Geschlechtern. Hier verberge sich laut Lesemotive-Studie Potenzial für »mehr Orientierung, verbesserte Kaufimpulse und eine engere Kundenbindung – und das für Frauen und Männer gleichermaßen«, so Lange.  

Die Marktforschung zu den Kundenbedürfnissen hat ergeben, dass unter Frauen das Lesemotiv Lachen – von purer Freude bis purer Heiterkeit – am häufigsten genannt wird. 19 Prozent aller Frauen haben es auf Platz 1 gesetzt, bei den Männern sind es nur 10 Prozent. Das zweitstärkste Lesemotiv bei Frauen ist Leichtlesen, also das Bedürfnis nach unbeschwerter Lektüre mit einfacher Sprache und niedriger Komplexität – bei Männern ist dies das stärks­te Motiv. Unterschiede zwischen den Geschlechtern lassen sich bei fast allen Lese­motiven erkennen. 

Lesemotive bieten zusätzliche Absatzpotenziale für ›Frauenliteratur‹. 

Cirk Sören Ott

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