Yoshiharu Tsuge ist gestorben
Am 3. März ist der japanische Comicschaffende Yoshiharu Tsuge im Alter von 88 Jahren gestorben. Tsuge entwickelte den "Watakushi-Manga" und gilt als Wegbereiter des alternativen Manga.
Yoshiharu Tsuge
Am 3. März ist der japanische Comicschaffende Yoshiharu Tsuge im Alter von 88 Jahren gestorben. Tsuge entwickelte den "Watakushi-Manga" und gilt als Wegbereiter des alternativen Manga.
Yoshiharu Tsuge
Yoshiharu Tsuge, geboren 1937 in Tokio, erneuerte den japanischen Comic, indem er Geschichten über das reale Leben erzählte und sie mit authentischen Charakteren besetzte. Er entwickelte den "Watakushi-Manga" ("Ich-Comic"), in dem autobiografische und fiktionale Elemente verschmelzen. Seine Geschichten bevölkern skurrile Figuren, Außenseiter, sprechende Salamander, Vagabunden oder stumme Familien und erzeugen eine besondere, poetische Atmosphäre, so der Reprodukt Verlag über das Werk des Verstorbenen.
In den 1960er- und 1970er-Jahren feierte Tsuge in Japan große Erfolge mit seinem Auteur-Ansatz und wurde international wahrgenommen, unter anderem durch die Unterstützung von Art Spiegelman. Fünf Kinofilme entstanden auf Grundlage seiner Comics. Eine persönliche Krise in den 1980ern führte zu seinem Rückzug aus dem öffentlichen Leben und dem Ende seiner Zeichnerkarriere. Über Jahrzehnte hinweg war Tsuges Werk nur auf Japanisch erhältlich, erst vor wenigen Jahren hat er Übersetzungen in andere Sprachen genehmigt
Der Reprodukt Verlag brachte Tsuges Werke ins Deutsche: Die Kurzgeschichtensammlungen "Rote Blüten" und "Yoshios Jugend" sowie das autofiktionale Werk "Der nutzlose Mann" sind bislang dort erschienen.
Verleger Dirk Rehm sagt über Tsuge: "Yoshiharu Tsuge berührt nicht nur durch die Wahl seiner Sujets – häufig stehen Außenseiter der Gesellschaft im Mittelpunkt – sondern weil es ihm gelungen ist, eine poetische Sprache der Comics zu formen, die in ihrer Meisterschaft den herausragendsten Werken von Carl Barks oder Osamu Tezuka in nichts nachsteht."