Zeitfracht

Bücherwagendienst ist "kostentechnisch eine Herausforderung"

18. März 2022
von Christina Schulte

An vielen Stellen zugleich steigende Kosten sind das Thema von Umbreit-Chef Clemens Birk im Interview mit dem Börsenblatt. Größte Baustelle für Umbreit: der Bücherwagendienst. Auch Zeitfracht äußert sich jetzt im Gespräch mit Börsenblatt Online zum Thema Bücherwagendienst.  

Wolfram Simon-Schröter

Bei dem Erfurter Logistiker gebe es derzeit ebenfalls eine „gewisse Verknappung der Energieressourcen“, so Wolfram Simon-Schröter, Sprecher des Vorstands der Zeitfracht Gruppe. Die deutlich angestiegenen Energiepreise träfen sein Unternehmen jedoch nur „moderat“, da die Energieversorgung bei Zeitfracht langfristig abgesichert sei. Dennoch sei der Bücherwagendienst auch bei Zeitfracht „kostentechnisch eine Herausforderung“. Man versuche jedoch, die Kostenbelastung für die Buchhandelskunden möglichst gering zu halten.

„Gute Erfahrungen machen wir mit dem Angebot der 36-Stunden-Belieferung, das mittlerweile etwa die Hälfte der Zeitfracht-Kunden in unterschiedlicher Intensität nutzt“, rechnet Vertriebsvorstand und Zeitfracht-Geschäftsführer Thomas Raff vor. Die verschiedenen Bepreisungsmodelle, abhängig davon, wie oft die Kunden beliefert werden möchten, zahlten sich aus. Das zur Buchmesse Frankfurt 2021 vorgestellte, neu eingeführte Transportmodell, das Volumensteigerung und Bündelung bei der Zeitfacht für die Kunden belohne und zu Preisreduzierungen für sie führe, mache sich in der Auslastung des Bücherwagendienstes positiv bemerkbar. „Die Bündelung schont nicht nur die Kosten, sondern auch die Ressourcen“, konstatiert Raff. Auch aus diesem Grund plant Zeitfracht aktuell kein neues Gebührenmodell beim Bücherwagendienst.

„Wir sehen uns in der Verantwortung, kreative Lösungen zu entwickeln und die Kostenerhöhungen für den Buchhandel abzufedern“, unterstreicht Wolfram Simon-Schröter. Man setze sich gegenüber den Verlagen deswegen auch für höhere Buchpreise ein: „Die höheren Buchpreise werden auf breiter Front kommen müssen, denn allein sie sind es, die den Buchhändler:innen am Ende einen höheren Verdienst erlauben“, so Simon-Schröter. „Wir werden bei den Preisen in der nächsten Zeit Veränderungen sehen müssen.“

Corona macht Zeitfracht zu schaffen

Fast mehr noch als die Energiepreise macht weiterhin die Pandemie dem Logistiker zu schaffen. „Corona ist nicht vorbei und der Infektionsschutz spielt bei uns nach wie vor eine sehr wichtige Rolle“, beschreibt Simon-Schröter die Situation. „Die Buchbranche ist versucht zu sagen, dass die Logistik immer funktionieren muss, egal unter welchen Umständen. Aber wir haben eine große Verantwortung für unsere Mitarbeiter:innen.“ Die Anzahl der täglichen Corona-Meldungen sei in Erfurt durchaus nennenswert. Corona-bedingte Herausforderungen gebe es nicht nur in der Buchbranche, sondern auch im Luft- oder Schiffsverkehr. „Ganz zu schweigen von den Paketdiensten, die eine Zwölf-Stunden-Belieferung kaum noch schaffen können.“ All das sei nicht optimal, aber für die vorhandenen Rahmenbedingungen durchaus akzeptabel. Vom Buchhandel wünschen sich Simon-Schröter und Raff eine „Erwartungshaltung, die die externen Umstände stärker berücksichtigt.“

Mit Börsenblatt Plus ins Branchengeschehen eintauchen

Sie wollen diesen Plus-Artikel weiterlesen?
Dafür benötigen Sie ein Benutzerkonto sowie ein Abonnement!

  • Zugriff auf alle Plus-Artikel (Analysen und Kommentare der Redaktion, exklusive Branchenzahlen, Interviews, Hintergrundberichte, Reportagen und Artikel aus dem gedruckten Börsenblatt)
  • Alle E-Paper-Ausgaben seit 2019, die aktuelle bereits am Mittwochabend abrufbar
  • Plus-Newsletter mit Highlights und Empfehlungen aus der Redaktion