Analyse zu Zeitfracht und Buch Adler

Der Logistiker, der auch Bücher fährt

18. Januar 2022
von Christina Schulte

Dass Zeitfracht die Adler-Modekette künftig mit Büchern versorgt, ist für viele ein Aufreger. Für den Logistiker ist es ein logischer Baustein der Unternehmensstrategie. Eine Analyse von Christina Schulte.

KNV Zeitfracht Logistikzentrum in Erfurt

Buch Adler: Das ist nicht etwa eine neue stationäre Buchhandlung, sondern der neue Endkundenshop von Adler Mode mit mehr als sechs Millionen Titeln im Angebot. Die Modekette Adler gehört seit letztem Jahr zu Zeitfracht und soll nach der Insolvenz entstaubt und aufgehübscht werden. Dazu zählt auch eine Erweiterung des Produktportfolios, eben beispielsweise um Bücher, die sowohl stationär in den Adler Modemärkten als auch via Shop unter dem Adler-Label zu haben sind.

Für Zeitfracht ist das neue Angebot im Rahmen der Unternehmensstrategie nur folgerichtig - Vorstand Wolfram Simon-Schröter hat von Anfang an neue Geschäftsfelder angekündigt -, für manche Buchhändler:innen ist es hingegen ein Aufreger. Vor allem dann, wenn sie Kunden bei Zeitfracht sind und den neuen Shop und den Buchverkauf in den Modemärkten als hausgemachte Konkurrenz empfinden. Andere wiederum haben kein Problem damit, da sie diesem Angebot ohnehin nicht viel zutrauen und keine Überschneidung mit ihren Zielgruppen erkennen können. Zumal Buch Adler nicht der erste Endkundenshop von Zeitfracht ist: Bookstore.de ist bereits seit 2020 am Netz und läuft im Hause Zeitfracht unter „Testbuchhandlung für technische Weiterentwicklungen“.

Anders als Libri und Umbreit, deren Nukleus in der Buchbranche liegt und die vor allem Buchlogistiker sind, ist Zeitfracht ein Logistiker, der auch für Bücher logistische Dienstleistungen anbietet. Zeitfracht sieht sich als Partner der Branche, macht aber keinen Hehl daraus, dass das Unternehmen daneben weitere Produkte lagert, durch die Lande fährt, verschifft und fliegt, andere Unternehmen betreibt und ein Faible dafür hat, insolvente Firmen zu übernehmen.

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