"Politische Literatur" im Deutschlandfunk

Verlage protestieren gegen Absetzung

Seit dieser Woche läuft die bisherige Sendung "Politische Literatur" im Deutschlandfunk unter dem neuen Namen "Andruck - das Magazin für politische Literatur". Nicht nur der Name ändere sich, auch das Format werde angepasst, teilt der Sender mit. Besonders die Absetzung der bisher zuständigen Redakteure Karin Beindorff und Hermann Theißen sorgt bei Verlegern für Verärgerung. "Wir wollen wieder ihre Stimmen hören“, heißt es in einem Protestschreiben.

© Deutschlandradio

Hier der "Einspruch" im Wortlaut und die Liste der Unterzeichner: "Als Kulturproduzenten sind wir über die Absetzung von Karin Beindorff und Hermann Theißen als leitende Redakteure der Sendung 'Politische Literatur' und Ersetzung der Sendung empört. Aus unserer verlegerischen und publizistischen Tätigkeit kennen und schätzen wir die engagierte und leidenschaftliche Tätigkeit der Redakteure für ein kritisches Denken. Für uns sind sie unverzichtbar, um unsere Bücher und Themen dem Publikum vorzustellen. Kultur, Bildung und Kritik bedürfen nicht nur ausreichend Raum und Sendezeit, sie bedürfen vor allem phantasiebegabter Menschen, die ihrer Arbeit kompetent nachgehen können. Service- und Weichspüler-Journalismus trägt zu unserem Leidwesen schon genug zur geistigen Misere bei. Eine Öffentlich-Rechtliche Rundfunkanstalt ist eine gesellschaftliche Institution, und als Bürgerinnen und Bürger einer demokratischen Gesellschaft, als für den DLF tätige Autoren wie auch als einfache Hörer des Programms, sind wir nicht einverstanden mit Willkürmaßnahmen gegen engagierte Journalisten. Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit Karin Beindoff und Hermann Theißen und verlangen eine Zurücknahme der Maßnahmen und die Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit als verantwortliche Redakteure. Wir wollen wieder ihre Stimmen hören!" Hanna Mittelstädt, Lutz Schulenburg, Edition Nautilus / Volkhard Brandes Brandes & Apsel Verlag / Frank Strickstrock, Rowohlt Verlag / Antje Kunstmann, Andreas Schäfler, Kunstmann Verlag, Else Laudan, Barbara Plaumann, Iris Konopik, Argument Verlag / Annett Gröschner, Autorin / Joachim Bartholomae, Männerschwarm Verlag / Peter O. Chotjewitz, Autor / Andrea Doberenz, Aufbau Verlagsgruppe / K.D. Wolff, Rudi Deuble, Stroemfeld Verlag / Britta Jürgs, AvivA Verlag / Christoph Twickel, Journalist / Dr. Christoph Schottes, Edition Temmen / Gerd Fuchs, Autor / Volker Dittrich, Dittrich Verlag / Traute Hensch, Edition Freitag / Marc Thörner, Journalist / Dr. Dorothee Gremliza, Konkret Literatur Verlag / Hannes Heer, Autor / Gerd Siebecke, VSA Verlag / Klaus Walter, Journalist / Prof. Dr. Michael Buchmiller, Offizin Verlag / Erasmus Schöfer, Autor / Dietrich zu Klampen, zu Klampen Verlag / Michael Kegler, Übersetzer / Arnold Bruns, Pahl-Rugenstein Verlag / Ekkehard Faude, Libelle Verlag / Dr. Ulrich Rose, Antiquariat & Buchhandlung / Inge Holzheimer, A1 Verlag / Klaus Staeck, Edition Staeck / Rüdiger Dammann, Booklett Verlag / Brigitte Kronauer, Autorin / Klaus Theweleit, Autor / Dr. Volker Ullrich, Journalist / Verlag Das Wunderhorn / Jan Klabunde, Peter Panther Buchladen / Verlag Westfälisches Dampfboot / Elke Ehlert, Beatrix Holtmann, Buchhandlung Seitenweise / Jörg Sundermeier, Werner Labisch, Verbrecher Verlag / Hans-Martin Lohmann, Journalist / Adalbert Hepp, Verlagsleiter Wissenschaft, Campus Verlag / Klaus Gabbert, Büro Z / Zweitausendeins / Angela Tieger, Presse, Zweitausendeins / Sabine Niemeier, Lektorin, Campus Verlag

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6 Kommentar/e

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  • Georg Gess

    Georg Gess

    Kann hier jemand etwas über die Hintergründe sagen?

  • d-g-u

    d-g-u

    Erstmalig las ich bereits Mitte März von den geplanten Veränderungen. Im "Freitag" vom 28.03.2008 ist ein kritischer Hintergrundbericht: Verfahren à la Metternich - Der Deutschlandfunk stellt unbequeme Literaturredakteure kalt http://www.freitag.de/2008/13/08130501.php

  • Aktivist

    Aktivist

    Hier ist die Mail-Adresse:
    mailto:hoererservice@dradio.de
    und hier ein Online-Formular des DLF für Fragen, Anregungen oder Kritik:
    http://www.dradio.de/service/sendung/
    Wenn der Sender schon danach fragt... ;-)

  • Bernd Nantke

    Bernd Nantke

    Da macht man nun überall viel Reklame für DLF und DRKultur und versucht die Leute vom Dudelfunk wegzukriegen ,auch mit dem Argument der Meinungsvielfalt gerade in diesen Sendern , und dann sowas.Schade,einfach schade.Wieder wird abgeflacht, wieder wird Vielfalt , eben dazu gehören auch andersmeinende, kritisierende Stimmen ,als Bedrohung angesehen. Von wem eigentlich lassen wir uns in öffentlich-rechtlichen Sendern eigentlich vorschreiben , was Kritik ist, was Vielfalt ist, was gesendet , also gedacht werden kann und darf. Sind wir dem Einheitsfunk so nahe,hält man die Bürger für bevormundungsreif? Isses wieder soweit......?

  • Bettina

    Bettina

    Die neue Leitung des sog. " Hintergrund " im DLF macht's möglich.
    Nach einigem Stühlerücken und entsprechendem Katzbuckeln des neuen Mannes wurde ein langjähriger und für seine Willfährigkeit bekannter Redakteur auf den Posten gehievt. Kritik war immer schon unerwünscht, aber jetzt wird eine solche auch " with a little help from my friends " vehement abgestraft. Siehe Theißen / Beindorff.
    Auch die vormals ausgesprochen gute Sendung " Polit. Hintergrund " segelt unter der neuen Flagge im linden Lüftchen und ist völlig uninteressant geworden.
    Schade drum. Der Deutschlandfunk war für mich immer DER Sender.

  • Hetty Hessels

    Hetty Hessels

    Karin Beindorff hat heute - 10.05.2015) einen sehr aufschlussreichen Artikel über die deutsch-israelischen Beziehungen geschrieben. Ich bedanke mich sehr für diesen Essaz dafür und gratuliere den Deutschlandfunk für diese so fähigen und engagierten Mitarbeiterin. Anno 2015! In diesem Monat der Erinnerungen ist es sehr wohl tuend die Stimmen und Standpunkte von u.a. Winkler, Aly, Benz zu lesen und zu hören. Karin Beindorff gehört ebenfalls dazu. Nochmals dank und viel Erfolg Frau Beindorff.
    Hetty Hessels

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