Börsenverein zur Insolvenz von KNV

"Die Gründe liegen nicht im Buchmarkt selbst"

Der Börsenverein bereitet für seine Mitglieder einen Leitfaden anlässlich der KNV-Insolvenz vor. Vorsteher Heinrich Riethmüller ruft die Mitglieder zur Besonnenheit auf: "Wir gehen davon aus, dass der Insolvenzverwalter sehr schnell seine Arbeit aufnehmen wird."

Heinrich Riethmüller

Heinrich Riethmüller © Michael McKee

„Die Nachricht von der Insolvenz der KNV Gruppe hat uns in der Branche alle erschüttert. Bei Verlagen, Buchhandlungen und anderen Geschäftspartnern besteht teilweise große Unsicherheit, wie es jetzt weiter geht. Mit KNV sind wir in Kontakt und sondieren die Situation. Wir werden alles dafür tun, unsere Mitglieder umfassend zu beraten und gemeinsam mit den Beteiligten mögliche Auswirkungen, gerade für kleinere Unternehmen, so gering wie möglich zu halten", so Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

"Die Gründe für die Insolvenz sind sicherlich komplex, liegen jedoch nicht im Buchmarkt selbst. Die vor uns liegende Zeit kann wirtschaftlich angespannt werden, aber es gilt jetzt vor allem, ruhig und besonnen zu bleiben. Kurzschlussreaktionen führen uns nicht weiter. Wir gehen davon aus, dass der Insolvenzverwalter sehr schnell seine Arbeit aufnehmen und den Geschäftsbetrieb der Verlagsauslieferung und des Barsortiments weiterführen wird, sodass die Lieferkette gesichert bleibt. Wir sind überzeugt, dass die jetzt handelnden Personen sich der hohen Verantwortung für die Branche bewusst sind und um Lösungen ringen werden, um den Geschäftsbetrieb langfristig aufrecht zu erhalten. Als Branche sollten wir jetzt zusammenstehen und diese Situation bedacht und im Schulterschluss angehen."

 

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5 Kommentar/e

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  • Thomas Brausch

    Thomas Brausch

    Kann mir bitte mal jemand sagen, was der Herr Vorsitzende uns Buchhändlern mit diesem "Statement" sagen will? Ich haben außer leeren Phrasen nichts gelesen.

  • Michael Kursiefen

    Michael Kursiefen

    Was erwarten Sie Herr Brausch? Mehr wird der Vorsteher im Moment nicht tun können, als an die Besonnenheit aller Beteiligten zu appellieren und darauf hinzuweisen, dass nicht die Buchbranche als Ganzes in der Krise ist. Das ist schon ein wichtiges Signal, welches es unbedingt zu senden gilt. Den Rest haben wir eh nicht in der Hand. Verlage werden nur solange liefern, wie sie die Sicherheit haben auch an ihr Geld zu kommen und die Telefone im Vetrieb der Wettbewerber von KNV dürften nicht stillstehen. Man kann nur hoffen, dass ein Investor sehr schnell gefunden wird.

  • ein Buchhändler

    ein Buchhändler

    Ich bin als KNV Kunde auch vorsichtig geworden. Es kracht nur noch so mit Meldenummern. Ob die noch beliefert werden?
    Vielleicht sollte sich Herrn Voersters Diktum, dass es langfristig nur noch 2 Barsortimente in Deutschland geben wird doch bewahrheiten... nur eben nicht so, wie er sich das gedacht hat.
    Ganz bittere Geschichte!

  • Friederichs StB

    Friederichs StB

    Bei Betrachtung der letzten veröffentlichten Konzernabschlüsse von KNV fragt man sich zumindest als Branchenfremder, ob der Satz "Die Gründe liegen nicht im Buchmarkt selbst" die ganze Wahrheit trifft. Vielleicht hätte KNV ohne den holprigen Umzug nach Erfurt noch eine bessere Ertragssituation, die die Geldgeber noch eine Weile bei der Stange gehalten hätte. Aber Oliver Voersters Kritik aus dem März 2017, dass stagnierende Stückpreise (und stagnierende oder fallende) Stückzahlen den Einzelhandel in einen oft existenzbedrohenden Verdrängungswettbewerb zwingen, trifft nun anscheinend den Großhandel, die von ihm abhängigen Buchhändler und letztendlich auch die Verlage. Vor dem Hintergrund einer Stagnationsperspektive erscheint das Ziel einer Sanierung und Fortführung von KNV als eher schwierige Aufgabe. Aber vielleicht fangen die Verlage ja an, bei der Preisfestsetzung neu zu rechnen und zu handeln.

  • Richard Bhend

    Richard Bhend

    Die Gründe für die wirtschaftlichen Probleme auf allen Ebenen des Buchhandels liegen eben doch bei den verantwortlich Handelnden der Branche. Wieso schafft es die Buchbranche als "doppelt geschützte Werkstatt" nicht, einigermassen ordentliche Erträge für Unternehmer und Mitarbeiter zu erwirtschaften ? Doppelt geschützt durch Preisbindung und -durch die Sprache- nicht dem globalisierten Wettbewerb ausgesetzt ist doch sonst kaum ein Wirtschaftszweig. Der letzte Satz im Kommentar von Friederichs ist ein Hinweis zur Veränderung.

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