Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar

Christiane Nüsslein-Volhard ausgezeichnet

Die Tübinger Entwicklungsbiologin und studierte Biochemikerin Christiane Nüsslein-Volhard erhält den mit 10.000 Euro dotierten Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar 2019.

Christiane Nüsslein-Volhard

Christiane Nüsslein-Volhard © Bettina Flittner

Christiane Nüsslein-Volhard entspräche mit ihrer Forschungshaltung dem Freiheitsgedanken Friedrich Schillers, befand die Jury unter dem Vorsitz von Bürgermeister Jan Trost. Ihr Lebenswerk gelte der Erforschung der genetischen Steuerung der Entwicklung der Eizelle und des Embryos der Taufliege Drosophila melanogaster. Seit den 1990er Jahren habe sich ihre Forschung auf den Zebrafisch Danio rerio, einem Modellorganismus der biomedizinischen Forschung, fokussiert. Ihr Buch "Das Werden des Lebens: Wie Gene die Entwicklung steuern" (C.H. Beck, 2004) enthalte einen kurzen Abriss der Geschichte der Biologie und erkläre die Grundlagen der Evolution, der Zell- und Entwicklungsbiologie und der Genetik in allgemein verständlicher Form. Ihre jüngste Forschung befasse sich mit der Entstehung von Farbmustern bei Tieren, insbesondere dem Zebrafisch. Dazu erschien 2017 ihr Buch "Schönheit der Tiere. Evolution biologischer Ästhetik" im Verlag Matthes und Seitz Berlin.

Zur Person

Christiane Nüsslein-Volhard wurde 1942 in Magdeburg geboren. Sie studierte Biologie, Physik und Chemie in Frankfurt am Main. Promotion 1973 an der Universität Tübingen. Dort war sie später von 1985 bis 2014 Direktorin der Abteilung Genetik des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie. Sie leitet seither am selben Institut eine kleine Emeritus-Forschungsgruppe (Farbmusterbildung bei Fischen).

Sie hat zahlreiche Auszeichnungen, Ehrendoktorate und Preise erhalten, unter anderem den Leibnizpreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (1986), den Albert Lasker Medical Research Award (1991) und, gemeinsam mit Eric Wieschaus und Ed Lewis, den Nobelpreis für Medizin oder Physiologie (1995). Von 2001 bis 2006 gehörte sie dem Nationalen Ethikrat der Bundesregierung an. 2004 gründete sie die Christiane Nüsslein-Volhard Stiftung zur Unterstützung junger Wissenschaftlerinnen mit Kindern.

Die Preisverleihung findet am 10. November 2019, dem 260. Geburtstag Friedrich Schillers, in einem Festakt in der Stadthalle Schillerhöhe statt. 

Zum Preis

Der Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar wurde erstmals zum 200. Geburtstag Friedrich Schillers im Jahr 1959 verliehen. Bis zum Jahr 2007 wurde mit ihm alle zwei Jahre eine hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der Landeskunde von Württemberg ausgezeichnet.

Anlässlich des Schillerjahres 2009 veränderte der Gemeinderat die Verleihungskriterien. Der Preis geht seither an Persönlichkeiten, die in ihrem Leben oder Wirken der Denktradition Friedrich Schillers verpflichtet sind. Zuletzt ging der Preis 2017 an den Berliner Kunsthistoriker Horst Bredekamp, der als politisch und ästhetisch engagierte, weltweit überragende Figur der Kunstgeschichte gewürdigt wurde.

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