Preiserhöhung der Büchersendung durch Deutsche Post

Börsenverein reicht Beschwerde beim Bundeskartellamt ein

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen die Deutsche Post AG eingelegt. Nach Auffassung des Verbands missbraucht das Unternehmen mit seinen erheblichen Preiserhöhungen zum 1. Juli seine marktbeherrschende Stellung beim Versand von Büchern. Dadurch käme es zur "Quasi-Abschaffung der Büchersendung", kritisiert der Verband.

Büchersendungen sollen deutlich teurer werden als bisher

Büchersendungen sollen deutlich teurer werden als bisher © pg

Zudem diskriminiere der Versanddienstleister Buchhandlungen und Verlage, indem er Großkunden wie Amazon deutlich bessere Konditionen beim Versand von Büchern einräume, wie der Börsenverein mitteilt.

Alexander Skipis

Alexander Skipis © Claus Setzer

"Die Deutsche Post gefährdet mit ihren deutlich verschlechterten Konditionen für Büchersendungen die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittelgroßen Buchhandlungen und Verlage und damit unmittelbar die Vielfalt des Buchmarktes. Wir fordern das Bundeskartellamt deshalb auf, den Sachverhalt zu untersuchen und eine faire Marktsituation für alle Beteiligten zu schaffen. Verlage und Buchhandlungen leisten einen wichtigen Beitrag für Kultur und Gesellschaft. Stationäre Buchhändler benötigen eine bezahlbare Möglichkeit Bücher zu versenden, um sich gegenüber dem reinen Online-Handel zu behaupten. Für kleine und mittlere Verlage ist der Postweg elementar, um Bücher zu versenden, die im Buchhandel in der Breite nicht vorkommen", sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

Nachdem die Deutsche Post bereits 2018 die Preise für Büchersendungen deutlich erhöht hatte, hat das Unternehmen für den 1. Juli 2019 erneut Preissteigerungen von bis zu 60 Prozent angekündigt. Zusätzlich verringert die Deutsche Post die Maße für dieses Format so, dass rund ein Drittel der bisher versendeten Bücher nicht mehr als Büchersendung gelten können. Im Ergebnis würden die Buchhändler und Verlage gezwungen, zukünftig auf die um ein Vielfaches teureren Produkte aus der Paketsparte umzusteigen. Die enorme Portoerhöhung und Quasi-Abschaffung der Büchersendung sei, so der Börsenverein, nur für Konzerne zu stemmen, die gemischte Waren versenden können oder über andere Möglichkeiten der Kostenumlagerung verfügen. Zudem erhalte Amazon nach Medienberichten von der Deutschen Post erheblich vergünstigte Konditionen für den Versand von Büchern und anderen Waren, die dem Buchhandel nicht zugänglich seien.

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8 Kommentar/e

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  • Dorothea Thomé

    Dorothea Thomé

    Gut gemacht! Wie soll man denn sonst da noch - wenigstens ein klitzekleines Quäntchen - gegen
    *Amazorn mithalten? Hoffentlich viel Erfolg - für uns alle!

  • Dirk Bauer

    Dirk Bauer

    Spitze! Viel Erfolg für eine Prüfung.

  • Beatrix Hellenbroich

    Beatrix Hellenbroich

    Klasse! Nicht locker lassen. Es haben schon so viele was getan, es müssen noch mehr werden.

  • Susanne Hildebrandt

    Susanne Hildebrandt

    Genau das ist der Punkt "Amazon"
    Leider sieht der Herr Dr. Appel nur auf Großkunden wie Amazon. Die bekommen Konditionen, da kann frau nur von Träumen. Amazon zahlt der Deutschen Post 1€ pro Paket! Das nimmt Einfluss auf den gesamten eCommercehandel in D.
    Zum Glück braucht Amazon kaum Steuern bezahlen. Alles gewollt. Der "Steuerminister" von der SPD bekommt es auch nicht hin. Traurig.
    Ich wünsche dem Börsenverein viel Glück für etwas mehr Gerechtigkeit.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Ob die Beschwerde vom Börsenverein beim Bundeskartellamt noch in dieser kurzen Zeitspanne bis zum 1. Juli durchkommt und bearbeitet werden kann, halte ich für fraglich.
    Auf der einen Seite kann es ja nicht sein, dass die Deutsche Post AG die Büchersendung mit der erneuten Portoerhöhung langsam fallen lässt, nur wegen einem anderen Format.
    Es ist also zu hoffen, dass sich da im Fall der Büchersendung doch noch etwas erreichen lässt.

  • Buchversand

    Buchversand

    Vielen Dank, dass der Börsenverein nach anfänglich nicht weiter definiertem "Protest" nun tatsächlich aktiv wird und etwas unternimmt! Hier noch einmal zur Erinnerung, wofür die Post die Portoerhöhung so dringend benötigt: https://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen /2019/geschaeftsjahr-2018-deutsche-post-dhl-group. html

  • Manuela Knauer

    Manuela Knauer

    Ich finde es sehr gut, dass nun gegen die Post vorgegangen wird. Gerade für die Büchersendung bis 1 kg ergibt sich durch die Reduzierung der Höhe ein Preisanstieg von über 100 %, das kann doch nicht sein. Was ist mit all den privaten Verkäufern, die ihre Bücher verkaufen, um wieder Geld für neue zu haben? Hoffentlich muss die Post das zurücknehmen.

  • Ingrid Weißmann

    Ingrid Weißmann

    Danke für diesen wichtigen Protest. Dazu kommt, dass Bücher oft verzögert zugestellt werden und den Ärger der Kunden hervorrufen. Einmal muss dies ja doch erledigt werden, warum dann nicht gleich?

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