Bilanz des Erlanger Poetenfests

13.000 Besucher gezählt

Zum 39. Erlanger Poetenfest, das am 1. September endete, kamen 13.000 Besucherinnen und Besucher − eine der besten Zahlen der Geschichte des Festivals, bilanzieren die Veranstalter.

Cornelia Zetzsche und Bachtyar Ali

Cornelia Zetzsche und Bachtyar Ali © Erlanger Poetenfest - Foto: Georg Pöhlein

Mit einem Autorenporträt des aus dem irakischen Kurdistan stammenden Bachtyar Ali am Abend des 1. Septembers im Erlanger Markgrafentheater ging das 39. Erlanger Poetenfest (29. August bis 1. September) zu Ende. Bachtyar Ali sprach mit Cornelia Zetzsche über den Verlust der Sprache im Exil und über schwindende Identität, aber auch von seinem festen Glauben an die Kraft der Kultur: "Kunst kann uns nicht retten, aber einen Ausweg zeigen." Kurz zuvor feierten Anne-Dore Krohn und Denis Scheck Theodor Fontane anlässlich seines 200. Geburtstags in einer literarischen Revue.

Preisträgerin Theresia Prammer und der Erlanger OB Florian Janik

Preisträgerin Theresia Prammer und der Erlanger OB Florian Janik © Erlanger Poetenfest - Foto: Erich Malter

Am ersten Poetenfest-Abend wurde Theresia Prammer für ihr übersetzerisches und essayistisches Werk sowie für ihre Verdienste als Kuratorin und Literaturvermittlerin mit dem "Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung" geehrt. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von der Kulturstiftung Erlangen anlässlich des Poetenfests vergeben.

Das Hauptpodium im Schlossgarten

Das Hauptpodium im Schlossgarten © Erlanger Poetenfest - Foto: Erich Malter

Neben dem literarischen Programm sind Gesprächs- und Diskussionsrunden zu politischen und gesellschaftlichen Themen ein ebenso wichtiger Bestandteil. Als roter Faden zog sich die Klimakrise durch das 39. Erlanger Poetenfest. Auch die traditionelle Sonntagsmatinee unter dem Titel "Ein Wandel muss her!" stellte das Thema in den Mittelpunkt. Die Komplexität einer gesellschaftlichen Transformation wurde im Gespräch mit Thomas Holzmann, Elmar Kriegler, Eva Leipprand und Armin Nassehi deutlich. Längst gäbe es kein Erkenntnisdefizit mehr, spätestens seit Fridays for Future sei auch fehlende Einsicht nicht mehr das Problem. Erkenntnis und Einsicht in konkretes Handeln umzusetzen sei die schwierige Herausforderung. Nicht Verzicht, so der Tenor der Runde, kann der Lösungsansatz sein, sondern neue Ideale, neue Bilder, neue Mythen. Und dabei könne die Kultur eine wichtige Rolle spielen.

Das Kulturamt der Stadt Erlangen hatte sich in diesem Jahr vorgenommen, auch bei der Durchführung des 39. Erlanger Poetenfests dem Klimaschutz verstärkt Rechnung zu tragen. So wurde unter anderem Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezogen, es wurden verstärkt Lastenfahrräder und Elektroautos eingesetzt, von den Gastronomen wurden überwiegend regionale Produkte angeboten und die Gäste verzichteten weitgehend auf Flugreisen.

Das 40. Erlanger Poetenfest wird vom 27. bis 30. August 2020 stattfinden.

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