"Die Gesellschaft des Zorns"

Transcript zieht Koppetsch-Titel zurück

Der Transcript Verlag zieht "Die Gesellschaft des Zorns" von Cornelia Koppetsch aus dem Handel zurück. Die Bielefelder räumen "fehlende Quellenbelege" ein.

Die fehlenden Quellenbelege im Werk "Die Gesellschaft des Zorns" würden zurzeit geprüft, teilt der Verlag mit. Eine rechtliche Bewertung des Vorganges stehe noch aus. "Wir sind nicht der Auffassung, dass die Monita die Eigenwertigkeit und Originalität des Werkes mindern, das für die Analyse des Rechtspopulismus in Deutschland einen wesentlichen und in seiner Wirkung unverzichtbaren Beitrag leistet", so der Verlag.

Autorin und Verlag würden alle Monita (Beanstandungen) ausräumen und eine dritte Auflage des Werkes erstellen. Bis zum Erscheinen der neuen Auflage ist das Werk im Handel nicht mehr erhältlich. "Genauere Angaben zur dritten Auflage sind im Moment nicht möglich, da das Prüfverfahren noch nicht abgeschlossen ist", heißt es weiter.

Gegen das Buch von Cornelia Koppetsch, das auf der Shortlist zum Bayerischen Buchpreis stand, waren im Vorfeld der Preisgala Plagiatsvorwürfe laut geworden. Daraufhin hatte die Jury beschlossen, das Buch nicht bei der Preisentscheidung am 7. November zu berücksichtigen (siehe Archiv).

Koppetschs Titel war auch für den NDR Kultur Sachbuchpreis 2019 nominiert. Nach den Plagiatsvorwürfen hat der Transcript Verlag diesen am vergangenen Freitag zurückgezogen, wie der NDR mitteilte.

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1 Kommentar/e

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  • Matthias Ulmer

    Matthias Ulmer

    Was ist das für eine absurde Gesellschaft: ob ein Inhalt falsch oder richtig ist, das spielt keine Rolle, solange er nicht bei jemandem abgeschrieben ist. Inhaltlich völlig falsche Gutachten wie das zur Auswirkung von Open Access werden gelobt, inhaltlich völlig richtige Texte wie der von Koppetsch müssen wegen Zitatfehlern oder Plagiierung vom Markt genommen werden.
    Ist Wissenschaftlern nur noch wichtig, dass ihr Name drauf steht und nicht mehr, ob es richtig ist?
    Bei der ganzen Urheberrechtsdiskussion rund um Open Access wurde uns doch auch laufend mitgeteilt, dass es eigentlich gar kein geistiges Eigentum gebe, wir sind doch alles Zwerge auf den Schultern von Riesen bla bla. Jeder Autor will nur gelesen werden, es gehe um die Wirkung der Inhalte und nicht das Eigentum daran bla bla. Aber die Wissenschaftscommunity scheint nur noch wenig anderes zu machen als Dissertationen, Habilschriften und andere Werke auf Plagiate zu überprüfen, gerade so als ob man sich gegenseitig die Gockelfedern nicht gönnt.

    Aber bestimmt wird unsere Gesellschaft mit dem Thema Fundamentalismus und Hass viel besser umgehen, wenn das Buch von Koppetsch jetzt mal ein paar Monate nicht lieferbar ist und dann mit zusätzlichen Fußnoten neu auf den Markt kommt!

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