10. Literaturfest München zieht Bilanz

Jubiläumsausgabe lockte Tausende an

Zum 10. Literaturfest München (13. November bis 1. Dezember) kamen rund 21.000 Besucher. Im Mittelpunkt: Themen zu Demokratie und Freiheit.

Salman Rushdie signiert nach seiner Veranstaltung

Salman Rushdie signiert nach seiner Veranstaltung © Elisabeth Greil

Drei Wochen lang bot das Festival über 85 Lesungen und Diskussionen, zehn Buch- und Fotoausstellungen, Schreib- und Kreativ-Werkstätten für Kinder und Jugendliche sowie ein breites Schulklassenprogramm.

"Beim Literaturfest 2019 standen Fragen zu Demokratie und Freiheit im Vordergrund, insbesondere beim forum:autoren. Ahmet Altan, der mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet wurde, hat uns aus dem Gefängnis Mut zugesprochen, uns für diese Werte aktiv einzusetzen. Das hat mich persönlich sehr beeindruckt und wird noch lange nachwirken", so Anton Biebl, Kulturreferent der Landeshauptstadt München.

Zum 10. Mal wurde das gemeinsam mit dem Literaturhaus entwickelte und durch großes öffentliches Interesse begleitete forum:autoren von einem prominenten Schriftsteller gestaltet: Ingo Schulze lud über 40 internationale Autor_innen ein, um unter dem Motto "Einübungen ins Paradies. Fragen an die Welt nach 1989" über ihre Sicht auf die Folgen des Mauerfalls zu diskutieren. Literaturfest-Geschäftsführerin Tanja Graf vertiefte das Thema mit der Vorstellung herausragender Neuerscheinungen über "Umbrüche" beim Festprogramm des Literaturhauses, dessen Abende nahezu sämtlich ausverkauft waren. Bemerkenswert sei zudem die hohe Konzentration international renommierter Comic-Künstler gewesen. 

Die 60. Münchner Bücherschau präsentierte die gesamte Festivalzeit über 20.000 Neuerscheinungen im Münchner Gasteig, begleitet durch ein tägliches Rahmenprogramm. Mehr dazu hier.

Großen Anklang beim Publikum fand erneut der Bayern 2-Diwan: Inmitten der Buchausstellung nahmen ausgewählte Autoren auf dem Diwan Platz und stellten im Gespräch mit Bayern 2-Redakteuren ihre neuen Bücher vor, darunter Salman Rushdie, Ilija Trojanow, Lukas Bärfuss und Erhard Dietl.

Zum 40. Mal zeichnete der Geschwister-Scholl-Preis ein Buch aus, das von geistiger Unabhängigkeit und intellektuellem Mut zeugt. Geehrt wurde Ahmet Altan für "Ich werde die Welt nie wiedersehen. Texte aus dem Gefängnis". Aus dem Türkischen von Ute Birgi-Knellessen (S. Fischer Verlag 2018). Der Autor erhielt die Auszeichnung in Abwesenheit, da er nach wie vor in der Türkei in Haft ist. Altans Dankesrede verlas seine enge Vertraute, die Journalistin und Autorin Yasemin Congar. Diese Rede und die Laudatio von Christiane Schlötzer-Scotland, Auslandskorrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Istanbul, sowie die Ansprachen der Stifter können auf der Internetseite des Geschwister-Scholl-Preises nachgelesen werden (siehe Archiv).

Das 10. Literaturfest München (13.11.−1.12.) wurde veranstaltet vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern und dem Literaturhaus München in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

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