Corona-Virus

London Book Fair und Leipziger Buchmesse halten Termin

Die London Book Fair soll wie geplant vom 10. bis 12. März stattfinden, so der aktuelle Stand. Allerdings werde man "kontinuierlich die Situation um das COVID-19-Coronavirus weltweit beobachten", informieren die Veranstalter. Auch die Leipziger Buchmesse soll ohne Restriktionen ablaufen. Update: ITB Berlin ist abgesagt. MG, NK

© London Book Fair

"Wir von der Londoner Buchmesse möchten unsere Besorgnis für alle vom COVID-19-Virus Betroffenen zum Ausdruck bringen und senden unsere herzlichen Wünsche an alle unsere Kollegen aus der Buchbranche in der ganzen Welt", erklärt Edwina Boyd-Gibbins von Midas PR für die London Book Fair. Die LBF finde wie geplant vom 10. bis 12. März statt. Als Teil von Reed Exhibitions weltweit beobachte man aktiv und kontinuierlich die Situation um das Covid-19-Coronavirus, in Übereinstimmung mit den Richtlinien der englischen Gesundheitsbehörde (Public Health England) und der WHO, "und unsere Politik spiegelt die Regelungen in den Ländern wider, in denen unsere Veranstaltungen stattfinden."

"Wir möchten allen unseren Teilnehmern der Londoner Buchmesse versichern, dass, sollte die britische Regierung weitere Richtlinien herausgeben, diese auf die Londoner Buchmesse angewendet werden", lässt die LBF wissen. Alle Beteiligten würden regelmäßig über den aktuellen Stand informiert.

Die Zusammenarbeit mit dem Veranstaltungsort, die Gesundheit und Sicherheit der Aussteller, Besucher und Mitarbeiter habe die oberste Priorität.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der London Book Fair oder sind über das Kundenservice-Team per Mail über lbf.helpline@reedexp.co.uk erhältlich.

Keine Restriktionen für Leipziger Buchmesse 

Auch die Leipziger Buchmesse zeigt sich vorbereitet. Es gäbe keinen Grund daran zu zweifeln, dass die Messe wie geplant stattfinden werde, so Messedirektor Oliver Zille gegenüber dem Börsenblatt. „Nach derzeitigem Stand der Dinge gibt es für unseren Veranstaltungsbetrieb keine Restriktionen. Für Besucher, auch solche aus dem Ausland, gibt es keine Zugangsbeschränkungen. Dennoch hat natürlich die Gesundheit von Ausstellern, Besuchern und Mitarbeitern für uns allerhöchste Priorität. Wir sind mit den einschlägigen Behörden und Institutionen in engstem Austausch, unter anderem mit dem Gesundheitsamt der Stadt Leipzig oder dem Robert Koch Institut Gleiches gilt für den Verband der Deutschen Messewirtschaft, dort wird gecheckt, wie andere Messeplätze reagieren. Das hat ja auch immer etwas mit Aussteller- und Besucherstrukturen zu tun. Aufgrund dieser Strukturen gibt es momentan für Leipzig und die Buchmesse nur ein sehr geringes Pandemie-Risiko. Solange das so ist, wird die Veranstaltung im März so wie geplant stattfinden. Gleichzeitig hat die Messe eine eigene Task-Force gebildet, die den aktuellen Stand - in Deutschland und international - permanent verfolgt.“

Hier gibt es den Sicherheitshinweis der Leipziger Messe

  • Zur aktuellen Situation (Stand: 2. März 2020) der Leipziger Buchmesse und der London Book Fair, siehe hier.

Wie schnell sich Pläne ändern können, zeigt indes die verschobenen Termin der Fachmessen Light + Building in Frankfurt am Main (der neue Termin soll im September sein), der Taipeh Book Fair, der Internationalen Jugendbuchmesse in Bologna und der Ausfall der Uhrenmesse Time to Move des Uhrenherstellers Swatch (4.−6. März) in Zürich. 

ITB Berlin

Update, 26. Februar: ITB mit neuen Anforderungen für Aussteller

Die weltgrößte Tourismusmesse ITB Berlin (10.000 Aussteller) findet wie geplant vom 4. bis 8. März statt, versichern die Veranstalter heute. Aber es gibt neue Anforderungen für Aussteller: Auf Anweisung der örtlichen Gesundheitsbehörden werden diese aufgefordert, informiert die Messe, eine Erklärung auszufüllen, ob sie innerhalb der letzten 14 Tage in einem der vom Robert Koch Institut genannten Risikogebiete gewesen sind. Diese Risikogebiete würden vom RKI fortlaufend aktualisiert (zur entsprechenden Webslte des RKI). Weitere Kriterien seien, ob es in den letzten zwei Wochen einen Kontakt zu einer Person gegeben hat, die positiv auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 getestet wurde − sowie typische Symptome einer Infizierung.

"Wer zur Risikogruppe gehört, oder sich weigert, die Erklärung auszufüllen, erhält keinen Zutritt zur ITB Berlin", teilen die Veranstalter mit. Bleibt nur zu hoffen, dass die Erklärungen wahrheitsgemäß ausgefüllt werden.

Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ITB Berlin sowie der Bevölkerung. Das Bundesgesundheitsministerium und das Robert-Koch-Institut würden das Gesundheitsrisiko in Deutschland nach wie vor als gering einschätzen, so der Stand am 26. Februar. (Zur aktuellen Lage, siehe die Website des Bundesgesundheitsministeriums).

Es existieren aktuell keine Einreisebeschränkungen für chinesische, asiatische oder italienische Staatsbürger nach Deutschland, heißt es weiter. Es gelte weiterhin der Beschluss des außerordentlichen EU-Gesundheitsministerrats: Demnach können Flugreisende vor Landung in EU-Ländern gefragt werden, ob sie in Corona-Infektionsgebieten waren oder Kontakt mit Infizierten hatten.

"Wir entschuldigen uns für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Aber die Sicherheit und Gesundheit aller Besucher und Aussteller der ITB Berlin hat für uns oberste Priorität und wir folgen den Anweisungen der zuständigen Gesundheitsbehörden, um dies zu gewährleisten", so die Veranstalter.

Zum Schutz der Aussteller, Besucher*innen würden die zusätzlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen weiter aufrechterhalten. Darüber hinaus sollte jeder die vom Robert Koch Institut empfohlenen Schutzmaßnahmen beherzigen: häufig und gründlich Hände waschen, Nies- und Hustenetikette einhalten, Hände schütteln vermeiden.

Die Absagen chinesischer Aussteller habe sich von zwei auf jüngst sechs erhöht, hatte die ITB am 25. Februar mitgeteilt. Von insgesamt 47 chinesischen Ausstellern. Der Landespavillon China in Halle 26 bleibe wie gehabt und werde von Personal aus Europa bzw. Deutschland besetzt. Die Online-Anmeldungen durch Fachbesucher lägen auf dem Niveau vom Vorjahr. 

Update, 27. Februar: Kontrollen auch für Fachbesucher

Die Messe Berlin habe sich dazu entschieden, die oben genannte Regelung für Aussteller auch auf Fachbesucherinnen und -besucher auszuweiten, teilen die Veranstalter mit. Diese Erklärung sei Voraussetzung für den Zutritt zum Messegelände und diene zur Identifizierung von Personen, die zur COVID 19 Risikogruppe gehören.

Wie die "WirtschaftsWoche" berichtet, habe sich Bundesinnenminister Seehofer, so seine "persönliche Meinung", für eine Absage der ITB Berlin ausgesprochen. Das Risiko sei nicht kalkulierbar. Eine feste Empfehlung werde der neue Krisenstab der Bundesregierung zum Corona-Virus am 28. Februar erarbeiten. Die endgültige Entscheidung würde beim Land Berlin liegen.

Update I, 28. Februar: 

Seit gestern seien die Aussteller-Absagen zur ITB Berlin (nach Fläche) von 250 auf 710 Quadratmeter gestiegen (von insgesamt 160.000 Quadratmetern ausgebuchter Fläche), informieren die Veranstalter am Vormittag. 31 Aussteller hätten bis dato abgesagt. Nun müsse man abwarten, was der Krisenstab der Bundesregierung am Nachmittag empfiehlt und wie der Berliner Senat im Anschluss die Lage neu bewertet. "Sollten die Behörden heute zu einer neuen Bewertung kommen und sich für eine Absage aussprechen, werden wir selbstverständlich entsprechend handeln", so die Veranstalter.

Update II, 28. Februar: ITB Berlin abgesagt

Diese Entscheidung zur Absage der ITB (die vom 4. bis 8. März stattfinden sollte) kam am Freitagabend. Die Veranstalter schreiben in einer Pressemitteilung: "Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Coronavirus COVID-19 haben sich das Bundesgesundheits- und das Bundeswirtschaftsministerium dafür ausgesprochen, die ITB Berlin abzusagen. Das zuständige Gesundheitsamt von Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin hat die Auflagen zur Durchführung der Veranstaltung heute am frühen Abend (18:27 Uhr) stark erhöht. Unter anderem ordnet die Behörde an: Jeder Messeteilnehmer muss der Messe Berlin belegen, nicht aus den definierten Risikogebieten zu stammen oder Kontakt zu einer Person aus den Risikogebieten gehabt zu haben. Die Auflagen insgesamt sind von der Messe Berlin nicht umsetzbar."

Christian Göke, CEO der Messe Berlin, sagte: "Die ITB Berlin ist mit mehr als 10.000 Ausstellern aus über 180 Ländern für die weltweite Tourismusbranche von herausragender Bedeutung. Wir nehmen unsere Verantwortung für die Gesundheit und die Sicherheit unserer Gäste, Aussteller und Mitarbeiter sehr ernst. So blicken wir schweren Herzens auf die jetzt notwendig gewordene Absage der ITB Berlin 2020." Die Messe Berlin habe seit Wochen darauf hingewiesen, dass die Entscheidung über die Durchführung oder Absage von Großveranstaltungen nur auf der Grundlage der Empfehlung bzw. Anweisung der zuständigen Fachbehörden erfolgen könne.

Beschlüsse des Krisenstabs: Umgang mit Großveranstaltungen

Zuvor hatte sich der Krisenstab des Bundesgesundheitsministeriums und Bundesinnenministeriums am Nachmittag des 28. Februar zu seiner zweiten Sitzung getroffen und weitere Beschlüsse zur Gesundheitssicherheit gegen Corona-Infektionen gefasst. Dabei wurden auch Prinzipien zur Risikobewertung von Großveranstaltungen beschlossen. Hierzu heißt es laut Presseinformation des Krisenstabs:

"Der Krisenstab beschließt die Prinzipien des Robert Koch-Instituts (RKI) zur Risikobewertung von Großveranstaltungen. Er empfiehlt, diese Kriterien unverzüglich bei der Risikobewertung zu berücksichtigen.

Der Krisenstab ist der Auffassung, dass bei Anwendung dieser Prizipien unmittelbar bevorstehende internationale Großveranstaltungen wie die ITB abgesagt werden sollten."

Die Empfehlungen des Robert Koch Instituts zur Bewertung von Großveranstaltungen finden Sie hier. Ob und wie Veranstaltungen durchgeführt werden, entscheiden danach die Veranstalter und die lokalen Behörden vor Ort.

Die nächste Sitzung des Krisenstabs findet am 3. März statt.

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1 Kommentar/e

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  • Michael Marrak

    Michael Marrak

    Corona schlägt Wellen, und die verständliche Angst vor einer Absage der Leipziger Buchmesse geht in Literaturkreisen um. Die neuen, täglich steigenden Infektionszahlen sind in allen Medien. Allerdings: Die "normale" Grippewelle 2017/2018 hatte zwischen 20.000 und 25.000 Tote gefordert (allein in Deutschland wohlgemerkt). Da wurde meines Wissens nach auch kein Großevent abgesagt, und es herrschte weitaus weniger Angst. Allerdings ist die Corona-Sterblichkeitsrate höher.

    Die Zahl der Toten allein in China beträgt momentan gut 2600 (Stand 26.02.2020). In einem Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern ist das gegenüber den 25.000 Toten bei knapp 83 Millionen Einwohnern in Deutschland während der Grippewelle vor 2 Jahren bisher kaum ein Vergleich.

    Derzeit geht es unterm Strich primär um Ansteckbarkeit und die Infektionsrate. Beides dürfte sich bei Grippe und C19 etwa in der Waage halten. Was letztlich daraus wird, wissen wir natürlich erst in ein paar Monaten. Kann sein, dass alles glimpflich ausgeht. Kann aber auch sein, dass wir eine zweite Spanische Grippe kriegen. Darum werfe ich täglich einen Blick auf die Statistikseite des CSSE und betrachte die Entwicklung mit latenter Besorgnis.

    In Italien wurden erste Städte abgeriegelt. Das wird im Falle eines Falles auch bei uns passieren, fürchte ich. Aber für die LBM hoffe ich das noch nicht.

    Die LBM/Corona-Sache ist jedoch zugegebenermaßen auch ein Grund, weshalb ich für die LBM 2020 bisher noch kein Hotel gebucht und keinen Mietwagen reserviert habe. Ich kann die momentane Situation wie die meisten anderen noch nicht richtig einschätzen, nur hoffen. Mein Credo bis jetzt: Besorgnis mit Verstand statt kopflose Panik.

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