Preis der Leipziger Buchmesse 2020

Seiler, Hitzer und Biermann

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse wurde die Bekanntgabe der Gewinner*innen des Preises der Leipziger Buchmesse ins Radio verlegt: Heute Vormittag (12. März) lief sie im Programm von Deutschlandfunk Kultur. Wer gewonnen hat, lesen Sie hier. MG

© Petra Gass

Deutschlandradio, Funkhaus Berlin

Deutschlandradio, Funkhaus Berlin © Deutschlandradio / Bettina Straub

Ein wenig Oscar-mäßiges Flair klang aus dem Radio, als die Preise der Leipziger Buchmesse bei Deutschlandfunk Kultur im Rahmen der Sendung "Lesart" (9:05 bis 10:00 Uhr) verkündet wurden: Die Nennung der Nominierten in den drei Kategorien war mit passender Orchestermusik ("Und die Nominierten in der Kategorie ... sind: ...") unterlegt, O-Töne der Autor*innen wurden eingeschnitten. Zwischen die Verkündung der einzelnen Kategorien wurden Songs gestreut, etwa von Jeremiah Johnson oder Regina Spector ("Don't leave me down" − wie passend). Nicht zu sehen waren übers Radio natürlich die Fotos die Verlage während der Übertragung an den Sender schickten, die die Mitarbeiter beim gemeinsamen Hören (Public Listening) der Sendung zeigten. Schade. Aber: Die Bilder wolle man bei Instagram posten, so Moderator Joachim Scholl. Vorm Mikrophon saßen die Juroren Jens Bisky, Tobias Lehmkuhl und Wiebke Porombka. Diese trugen die Würdigungen zu den Gewinner*innen vor.

Gewonnen haben den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 (nach Kategorien):

Belletristik:

  • Lutz Seiler: "Stern 111" (Suhrkamp)

Sachbuch / Essayistik:

  • Bettina Hitzer: "Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts" (Klett-Cotta)

Übersetzung:

  • Pieke Biermann für ihre Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch "Oreo" von Fran Ross (dtv)

Die Jury-Begründungen finden Sie auf der Website der Leipziger Buchmesse.

Nach der Bekanntgabe der Gewinner*innen wurde zunächst über die Juryarbeit gesprochen. Wenn andere Weihnachten bei ihren Kekstellern sitzen, würden die Juroren am PC PDFs der eingereichten Bücher lesen, umriß Jens Biskay den Aufwand. Der allerdings schön sei, für manchen Wow-Effekt sorge. Und wie kommt es zur Entscheidung? "Reden, Reden, Reden", sei besonders wichtig, betonte Wiebke Proomka.

Dann wurden die Gewinner*innen per Telefon ins Studio geholt. Lutz Seiler wird am Frühstückstisch "erwischt". Er freut sich über den Preis aus seiner "Lieblingsstadt Leipzig", dankt seinem Verlag Suhrkamp, bei dem er seit 20 Jahren publiziert. Auch Bettina Hitzer hat der Sendung gelauscht, meint, es sei ein seltsames Gefühl den eigenen Namen im Radio zu hören. Pieke Biermann ("Danke, Danke, Danke") saß ebenfalls vorm Radio ("Na klar!"). Das Buch, das sie übersetzt habe sei eine "Amour fou". Es sei im Original bereits 1974 erschienen, sie wurde durch eine Rezension im "Guardian" darauf aufmerksam. Ein "Genre-Hopper vom Feinsten", so Biermann.

Im Anschluss ordnete die Literaturkritikerin Maike Albath im Gespräch die Entscheidungen der Jury ein. Sie sei "sehr begeistert", lobte die originellen Gewinnertexte. Albath, die selbst einmal Jurorin beim Preis der Leipziger Buchmesse war, ist sich aus eigener Erfahrung sicher, dass die Juror*innen sich bei der Entscheidungsfindung auch "ordentlich gefetzt haben".

Alles in allem eine charmante Radio-Sendung, die der Verleihung einen würdigen Rahmen gab − das ausgefallene Live-Event auf der Leipziger Buchmesse in diesem Jahr angemessen vertreten hat.    

Der Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen in drei Kategorien (Belletristik, Sachbuch/Essayistik, Übersetzung). Er ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert. Die Jury bildeten in diesem Jahr: Jens Bisky (Vorsitz), Katharina Herrmann, Tobias Lehmkuhl, Wiebke Porombka, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch.

Auf Deutschlandfunk Kultur ging es weiter mit dem "Lesart-Messespecial" als Alternative zur ausgefallenen Leipziger Buchmesse.

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