Ladenschließungen wegen Corona-Virus

Börsenverein wünscht Ausnahme für Buchhandel

Der Börsenverein steht in Kontakt mit Bundesregierung und Länderregierungen, um Buchhandlungen möglichst von Ladenschließungen im Zuge der Eindämmung der Coronavirus-Pandemie auszunehmen. Zudem setzt sich der Verband für schnelle Unterstützungsleistungen ein.

Alexander Skipis

Alexander Skipis © Claus Setzer

"Das Coronavirus stellt derzeit die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor große Herausforderungen. Die notwendigen Maßnahmen der Behörden, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, treffen auch Sie als Buchhändler*innen und Verlage hart. Vorgaben ändern sich stündlich, es ist nicht absehbar, wie lange und wie stark das Geschäftsleben beeinträchtigt sein wird. Die Unsicherheit in den Unternehmen ist groß, jeden Tag erreichen uns viele Anfragen aus Ihrem Kreis. Wir sind derzeit intensiv dabei, in Gesprächen mit der Politik und Branchenvertreter*innen Lösungen zu finden, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf Sie so gut es geht abzufedern", sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, in einem Schreiben an die Mitglieder.

Er fährt fort: "Mit der Bundesregierung sowie den Länderregierungen stehen wir in Kontakt, um Buchhandlungen nach Möglichkeit aus Ladenschließungsverordnungen auszunehmen. Außerdem sind wir im Gespräch mit der Kulturstaatsministerin und setzen uns dort für schnelle und unbürokratische Unterstützungsleistungen für die Buchbranche ein."

Auf seiner Webseite hat der Börsenverein wichtige Links und Informationen zum Coronavirus zusammengestellt.

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15 Kommentar/e

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  • Luna Solewski

    Luna Solewski

    Ich denke nicht, dass es sinnvoll wäre die Buchhandlungen aus der Ladenschließungsverordnung rauszunehmen. So schade das auch ist und so schlimm der wirtschaftliche Einbruch für viele sein wird, finde ich das man alles tun muss um das Virus einzudämmen. Und das funktioniert eben nicht, wenn jede Branche sich jetzt von der Verordnung freisprechen möchte. Es gibt auch kleine Klamottenläden, die genauso in ihrer Existenz bedroht sind. Wir müssen diese Maßnahmen jetzt einfach hinnehmen und vor allem ausführen damit sich die Lage schnellstmöglich normalisiert.

  • Hans-Werner Lindgens

    Hans-Werner Lindgens

    Es fehlt mir der Hinweis, dass Buchhandlungen bei geschlossenen Schulen in weiten Teilen Schul-Ersatz sind und Eltern in großer Zahl sowohl Material für's Wissen als auch zur Beschäftigung ihrer Kinder zu Haus gerade jetzt besorgen.

    Man schaue nur in die aktuelle Hitliste der meistverkauften Bücher bei amazon - auf den ersten 10 Plätzen nur Kinderbücher.

  • Sola

    Sola

    Warum sollte der Buchhandel aus den Ladenschließungsverordnungen rausgenommen werden?

  • hartmut hahn

    hartmut hahn

    "Mit der Bundesregierung sowie den Länderregierungen stehen wir in Kontakt, um Buchhandlungen nach Möglichkeit aus Ladenschließungsverordnungen auszunehmen. Außerdem sind wir im Gespräch mit der Kulturstaatsministerin und setzen uns dort für schnelle und unbürokratische Unterstützungsleistungen für die Buchbranche ein."

    Dazu fehlen mir schlicht die Worte. Der Blumenladen um die Ecke, der kleine Einzelhändler ohne nennswerten Publikumsverkehr und viele mehr würden auch gerne weiter geöffnet haben. Offenbar haben Sie die Dringlichkeit dieser Maßnahme noch nicht begriffen. Nur wenn ALLE mitziehen, kann die Pandemie und unkontrollierte - und vor allem zu schnelle Ausbreitung - verzögert werden. Unser Gesundheitssystem ist an den Grenzen, alle 3 Tage verdoppelt sich die Infektionsrate, jeden Tag kommen zehtausende neuer Infektion hinzu. Es bedeutet für alle Einschränkung!

  • Dirks

    Dirks

    Diese wochenlangen Ladenschliessungen sind existenzbedrohend. In den Städten wird überall gejammert, weil so viele Läden leerstehen - nach dieser übertriebenen Aktion werden es noch viel mehr sein.
    Soll jetzt jedes Jahr bei der Grippewelle so ein "Affenzirkus" veranstaltet werden?
    Wer glaubt, dass die Läden Mitte April wieder öffnen dürfen, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.
    Viren kann man so nicht aufhalten. Wer Angst hat soll zuhause bleiben und allen anderen ihren normalen Alltag lassen!

  • Kirsa Jensen

    Kirsa Jensen

    Mal abgesehen davon, dass man kaum 24h TV gucken kann, ohne irre zu werden, und viele daher gerne alternative Beschäftigungsmöglichkeiten in Form von Büchern haben möchten - Bei uns werden momentan auch sehr viele Schullektüren oder anderweitig für die Schule relevante Materialien bestellt, damit die Kinder in der schulfreien Zeit (wohlgemerkt: durch die Schulschließungen, nicht Ferien!) selbständig zuhause arbeiten können bzw. Pflichtlektüren lesen. Was tun, wenn diese Schüler nun durch unsere Schließungen reihenweise nicht mehr an ihre Bücher kommen?
    Da stellt sich dann schon ein bisschen die Frage der Systemrelevanz und einer Ausnahme für den Buchandel. Zumindest in Form eines Lieferservices halte ich eine solche Ausnahme für sinnvoll. Es kann ja immer noch jede Buchhandlung für sich entscheiden, ob sie das anbieten möchte. Aber wir würden gerne weiterhin Bücher ausliefern, wenn zur Schließung gezwungen werden, und hoffen, das wird uns nicht untersagt.

  • M. Rath

    M. Rath

    @Hartmut Hahn
    In den bisherigen lokalen Schließungsanordnungen nach dem Infektionsschutzgesetz finde ich regelmäßig Zeitungsgeschäfte ausgenommen, Speiselokalen wird jedenfalls die Aushändigung von Waren zur Mitnahme oftmals gestattet.

    Ich habe glücklicherweise meine Bibliothek mit dem >40-fachen Bestand eines 2,5-Personen-Haushalts in meinen eigenen vier (1-Personen-Haushalts-) Wänden und auch einen klar definierten Anschaffungsetat, bei dem es meinem Buchhändler relativ egal sein kann, ob ich ihn jetzt, in drei Monaten oder einem halben Jahr ins Geschäft trage.

    ich muss aber gestehen, dass mir eine Notstandsrethorik, die im nächsten Schritt - wenn ich das mal so zuspitzen darf - eigentlich nur noch übrig lässt, mit seuchenpolizeilicher Waffengewalt auf jeden loszugehen, der sich in der Öffentlichkeit ohne Genehmigung aufhält, die also vor allem keinen Blick mehr hat für Gruppen von Geschäftsleuten und spezifischen Kundschaften, die mit dem jetzt erforderlichen Risikomanagement wahrscheinlich sehr gut umgehen können - mit Verlaub: die dummen Leute, die ich gestern in Scharen im Eiscafé sitzen sah, lesen bestimmt nicht im Übermaß Bücher - bald mehr erschreckt als die Bedrohung durch den verflixten Virus selbst. Wenn Sie meinen, das sei zu sehr zugespitzt: In anderen Foren wird jetzt schon Feld-Wald-und-Wiesen-Spaziergängern die Kompetenz abgesprochen, sich gefahrenangemessen an der frischen Luft zu bewegen.

    Kinder gehen nicht mehr zur Schule, Studentinnen und Studenten nicht mehr zur Universität, Bibliotheken sind geschlossen - wenn jetzt noch nicht einmal mehr der Stoff zum Lernen und Selbststudium über einen Vertriebsweg ausgehändigt werden können soll, dessen Vertretern ich einige Kompetenz im Risikomangement zutraue (z.B. nicht mehr als einen Kunden im Ladenlokal gleichzeitig, mehr sind es meist ja ohnehin nicht), dann können wir sicher darauf bauen, dass die Wertschöpfung unserer Volkswirtschaft nach der Krise von jenen Beamten und Rentnern wieder in Schwung gebracht wird, die derzeit die öffentliche Ordnung beherrschen.

  • Gerhard Müller

    Gerhard Müller

    Komisch wenn auf unseren Buchhändlerseiten Kommentatoren gegen den Buchhandel argumentieren. Man möge dann doch bitte so fair sein, seine Anmerkungen im Blatt der Blumen- oder Klamottenhändler zum besten zu geben, denn wir Buchhändler haben garantiert keine Margen von 50-80% und unsere Bestände haben in der Regel einen weit höheren Wert, der finanziert werden muß, als das bei Blumen oder Klamotten der Fall ist. Die Initiative von Herrn Skipis ist daher sehr zu begrüßen, zumal bis heute nicht der Nachweis erbracht werden konnte, inwiefern Corona sich überhaupt von anderen Grippewellen unterscheidet, die jedes Jahr um den Globus ziehen.

  • Benno Held

    Benno Held

    Völlig einverstanden mit Luna. Ich finde es unverantwortlich, Buchhändler*innen und ihren Nächsten täglich bewusst dieser Gefahr auszusetzen. Wie weit muss es kommen, damit es endlich alle verstanden haben? Sind Beispiele wie in Italien, Spanien und Frankreich nicht ausreichend? Muss man erst die Eskalation abwarten?
    Bücher sind ja wohl ein Gut, dass man 2020 ohne weiteres online bestellen kann.
    Volliges Versagen der Politik, ignorants Handeln der Verantwortlichen.
    Danke dafür....

  • hartmut hahn

    hartmut hahn

    @Hans-Werner Lindgens

    Das zeigt mir nur, dass Eltern bisher keine Ideen hatten, was sie mit IHREN Kindern in solchen Situationen anfangen können :(
    Amazon hat durchaus interessante und kluge Algorithmen, Kunden zum Kauf mit solchen "Hitlisten" zum Kaufen zu animieren ;-)
    Wie gesagt, an diesem Shutdown muss jeder mitwirken! Sonst wirds noch kritischer - naja, wirds nach derzeitigem Anschein leider dennoch.
    Nicht zuletzt aber, weil es schon viel zu viel Ausnahmen gibt!

    Dass ein Verband derart unvernünftig vorprescht löst bei mir nur Kopfschüteln aus...

    @Dirks
    SIE haben den Ernst der Lage leider noch nicht erkannt. Es ist unbestritten, dass man die Verbreitung des Virus nicht verhindern kann, jedoch seine Geschwindigkeit. Und das muss unter allen Umständen und mit allen dem Rechtsstaat vorhandenen Mitteln vorangetriebe werden. Ich bin selbst ein kleiner Einzelhändler und weiß was das für Konsequenzen hat.
    Eine Art "Lieferservice" ist ja nach der Definition nicht verboten, auch eine telefonische oder elektronische bestellannahme. Die ÖFFNUNG der Läden jedoch!!

    @Kirsa Jensen
    Sie sagen richtig, dass Schulschließungen und kein Schulfrei gibt. Die Schüler werden, zumeist elektronisch mit Aufgaben mit ihren VORHANDENEN Büchern und Unterrichtsmaterialien versorgt. Darüberhinaus werden keine Lehrmittel benötigt (Mein Kenntnisstand). Dass jemand darüber hinaus weitere Lektüre kaufen kann - sorry geht dann nunmal nicht. Das wird jeder überleben ;-)

  • Christian Sprang

    Christian Sprang

    Liebe Frau Jensen,

    da kann ich Sie beruhigen: Die Auslieferung bestellter Bücher an Ihre Kunden ist trotz der behördlichen Schließungsverfügungen für Buchläden weiterhin möglich. Das sehen nicht nur die gemeinsamen Leitlinien vor, die Bund und Länder gestern (16.3.) verabredet haben, sondern das entspricht auch den Texten der uns bislang bekannt gewordenen Verwaltungsanordnungen der Länder. Der Betrieb eines "Liefer- und Abholservice", also Tätigkeiten, bei denen der Kunde nicht in Ihren Laden kommt, sondern Sie zu Ihrem Kunden gehen, wird da immer von den Schließungen ausgenommen.

    Es spricht also nichts dagegen, dass Sie Ihren Kunden jetzt erst Recht auch bei der Entgegennahme von Fernbestellungen aller Art und bei der Auslieferung der Waren zeigen, was Ihr Laden alles besser, freundlicher und individueller kann als Amazon!

    Herzliche Grüße

    Christian Sprang
    (Justiziar des Börsenvereins)

  • Christian Sprang

    Christian Sprang

    Und noch ein kleiner Nachtrag (17.3., abends): Bisher liegen uns bei weitem noch nicht aus allen Bundesländern die Schließungsverfügungen der Verwaltungen vor. Vorreiter waren die Niedersachsen, die ihren Verwaltungsakt gestern Abend auf der Website des Landes hatten und sämtliche Geschäfte bereits seit heute morgen, 6 Uhr, geschlossen haben. NRW hat hingegen heute Nachmittag eine Verfügung der Landesregierung veröffentlicht, die noch gar keine Schließung der Buchhandlungen anordnet. Manche Städte in NRW, wie z.B. Wuppertal, haben hingegen auf lokaler Ebene rigider gehandelt und ihre Buchhandlungen und sonstigen Läden (entsprechend der gestern von Bund und Ländern gemeinsam verabredeten Leitlinien) geschlossen. Sie und wir müssen deshalb in diesen Stunden Fall für Fall schauen, ob und ggf. wann Sie schließen müssen. Einen Lieferservice für Bücher können Sie aber überall im Bundesgebiet praktizieren, wenn Sie Ihren Laden nicht mehr öffnen dürfen.

    Christian Sprang

  • Kirsa Jensen

    Kirsa Jensen

    @Hartmut Hahn: Da liegen Sie falsch. Es werden durchaus darüber hinaus Lehrmittel respektive Lektüren benötigt. Viele Lehrer stellen in dieser Zeit die Aufgabe, Pflichtlektüren zu lesen (udn zwar nicht nur im Fach Deutsch). Und diese sind mitnichten in den Haushalten der Schüler vorhanden, sondern müssen erst gekauft werden. Otmals bestellen die Lehrer bei uns ganze Klassensätze, die dann von den Schülern selbst abgeholt werden. Oder die sie eben ab morgen von uns geliefert bekommen - hier in S-H sind die Läden ab morgen dicht.

    Danke an dieser Stelle auch an Sie, Herr Spang, für die ausführlichen Informationen!

  • Christian Sprang

    Christian Sprang

    Weiterer Nachtrag: Gestern Abend nach 22 Uhr kam die NRW-Schließungsverfügung dann doch noch.

  • Hartmut Hahn

    Hartmut Hahn

    @Kirsa Jensen, sofern die Erfordernis der Lektürenbeschaffung noch aus Zeiten kommt, da es keine Einschränkung gab ist es ja OK. Nu muss es aber (fast stündlich) neu bewertet werden und da fäde ich es schon fast fahrlässig, wenn soetwas gefordert würde. Klar ist die lieferung möglich und dagegen ist, mit einigen Sicherheitsvorkehrungen ja auch nichts einzuwenden. Aber mit Ausnahmen von Ausnahmen weil ja jeder und alles Wichtig ist und man gerade jetzt Lektüre braucht, geht in meinen Augen derzeit leider nicht.

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