Appell des PEN-Zentrums Deutschland

"Buchhandlungen und Bibliotheken müssen wieder geöffnet werden"

Das deutsche PEN-Zentrum tritt dafür ein, Buchhandlungen und Bibliotheken wieder zu öffnen. Man sei zutiefst besorgt, dass die Anordnungen zur Eindämmung der Ausbreitung von Covid-19 den Buchhandel und das Verlagswesen in Deutschland nachhaltig verändern werden.

Eindeutig zu leer: Stadtbibliothek Leipzig, auch sie hat bis 20. April geschlossen

Eindeutig zu leer: Stadtbibliothek Leipzig, auch sie hat bis 20. April geschlossen © Nils Kahlefendt

Durch die anhaltende Schließung des stationären Buchhandels und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen seien nicht nur viele Buchhändler, sondern auch Verlegerinnen in ihrer Existenz bedroht, so das PEN-Zentrum. Schon jetzt hätten zahlreiche Verlage ihre Produktion gedrosselt oder in den Herbst verschoben. Dies treffe unweigerlich mit voller Wucht auch alle Autoren in Deutschland – ohne Bücher keine Tantiemen, keine Lesungen. Mit großem Einsatz versuchten alle Beteiligten die Krise zu meistern. Aber wenn der stationäre Buchhandel geschlossen sei und der größte Online-Buchhändler vorrangig Windeln und Hundefutter ausliefert, stelle dies auch einen Einschnitt in die Meinungsfreiheit dar. 

"Der Zugang zu Büchern und damit zu Wissen und Information darf in einer freiheitlichen Demokratie unter keinen Umständen eingeschränkt werden. Buchhandlungen und Bibliotheken müssen daher umgehend wieder geöffnet werden! Gerade in Zeiten von Schulschließungen ist die beratende Funktion des Buchhandels für Eltern unverzichtbar. Die nötige physische Distanz könnte beim Verkauf über den Tresen der Buchhandlung problemlos eingehalten werden", so Ralf Nestmeyer, PEN-Vizepräsident.

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4 Kommentar/e

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  • Dietrich zu Klampen

    Dietrich zu Klampen

    Wohl wahr! Insbesondere vor dem Hintergrund, dass in Berlin und Sachsen-Anhalt die Buchhandlungen geöffnet haben ...

  • Susanne B.

    Susanne B.

    Der beratenden Funktion könnte eine Buchhandlung auch mittels Telefon oder eines Chats gerecht werden.

    Bücher lassen sich nicht desinfizieren, super Idee also, die Buchhandlungen zu öffnen, gerade auch, weil die Deutschen ja so sehr gerne Schutzmasken tragen.

    Bei allem Verständis für die Branche und die Buchhändler, aber Gemeinwohl sollte vor Allgemeinwohl gehen. Und anstatt ständig zu jammern und zu nörgeln muss man in einer solchen Krise eben nach Lösungen suchen anstatt sich nur zu beschweren.

    Alle Verlage, die in der Vergangenheit mühevoll in digitale Inhalte investiert haben und ihre Bücher als eBook veröffentlicht haben, sollten wunderbare Ausgangsvoraussetzungen in der Krise haben. Und da sind wir in der Buchbranche sicherlich wesentlich besser dran als viele andere Branchen.
    Wir können unsere Produkte innerhalb weniger Sekunden an den Leser bringen und Geld verdienen.

    Warum jammert eine PEN ständig rum? Kollegen, reißt euch zusammen, bedenkt, wie schlecht es anderen aktuell geht!

    Macht online-Lesungen, macht gute eBooks, Buchhänder können nach wie vor beraten und liefern. Nutzt die Krise, um über bestehende Strukturen kritisch nachzudenken! Findet Alternative! Es gibt sie, und niemand in der Branche müsste jammern, wenn man zusammenhalten würde!

    Das Risiko, Bücher am Ende verbrennen zu müssen, weil sie kontaminiert sind, oder Menschen anzustecken, steht in keinem Verhältnis zu den entgangenen Euros. Schickt eure Buchhändler los zum Ausliefern vor Ort, fangt endlich an, gute Webseiten zu bauen! Dann können wir auch in der Krise gegen Netflix&Co bestehen!

  • Sabine F.

    Sabine F.

    "Der Zugang zu Büchern und damit zu Wissen und Information darf in einer freiheitlichen Demokratie unter keinen Umständen eingeschränkt werden."

    Ist er ja auch nicht. Man kann sich weiterhin bei fast allen Buchhandlungen Bücher bestellen - sei es online, per E-Mail oder telefonisch. Man kann sich Bücher herunterladen, wenn man sie sofort braucht. Der Buchverkauf wurde ja nicht verboten.

    "Die nötige physische Distanz könnte beim Verkauf über den Tresen der Buchhandlung problemlos eingehalten werden"

    Ähm, nein. Wir sind eine sehr kleine Buchhandlung. Bei uns ist es wirklich sehr eng (was dazu führt, dass man sich kaum aus dem Weg gehen kann, wenn es mal etwas voller wird - was ich mir vorstellen kann, wenn wir vor Ostern die Läden wieder aufmachen), die Kunden nehmen keine Rücksicht, lehnen sich weit über den Tresen. Oft wird vor dem Tresen direkt noch geniest, gehustet (und sich nicht weggedreht), meist in die Hand, mit der dann auch das Kleingeld gereicht wird. Wenn man wegrückt, rücken die Leute nach. Und noch kurz vor Schließung kamen zu uns Leute, die frei heraus einmal in alle Ecken und auf alle Bücher gehustet haben, was das Zeug hält.

    Wir haben außerdem auch Mitarbeiter, die zur Risikogruppe gehören (aufgrund des Alters oder weil sie an Asthma leiden). Ich finde das alles nicht verantwortlich. Bevor man alles wieder öffnet, sollte man genügend Zeit haben, um entsprechende Sicherheitsmaßnahmen treffen zu können.

    Aber solche Aussagen können natürlich nur von Leuten kommen, die nicht im Handel arbeiten und schön im Home-Office Social Distancing betreiben können.

  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Man sollte jetzt den Mut aufbringen und die angeordneten Maßnahmen einhalten, die jetzt angeordnet wurden.
    Es bringt nichts, Buchhandlungen u. a. öffnen zu wollen.
    Die derzeitige Coronakrise ist nicht überwunden und hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht.
    Die gesamte Lage ist noch sehr ernst.
    Die Buchhandlungen sind über das Telefon und durch ihre Online-Shops erreichbar.
    Große Bibliotheken haben jetzt durch den jeweiligen Online-Zugang und die dazugehörigen Daten eine große Anzahl von E-Books zugänglich gemacht, die man herunterladen und lesen kann.
    Andere Bibliotheken werden ähnliche Aktionen starten.
    Die Coronakrise sollte man gemeinsam durchstehen und bewältigen können.
    Dazu ist von allen Seiten Geduld, Zuversicht und ein Zusammenhalten, auch nach vorne, notwendig.

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